Was bedeutet dies für BYD? Die Aktie sieht inzwischen katastrophal aus. An der Börse Frankfurt wurde das Papier am Freitag mit einem Minus von 2,8 % gehandelt. Nur noch 8,10 Euro wurden für die Aktie gezahlt. Sie befindet sich damit in einer ausgesprochen schwachen Verfassung.

In der vergangenen Woche ging es zwar lediglich um 1,46 % nach unten. Jetzt wird allerdings die Marke von 8 Euro als wichtige Unterstützung bewertet. Sie sollte unbedingt halten. Vom Jahreshoch ist BYD inzwischen mehr als 33 % entfernt. Es sieht derzeit nicht danach aus, als würde sich das Bild sehr schnell ändern. Das Unternehmen selbst hat allerdings wenig dazu beigetragen, dass die Notierungen so schwach sind. Die Zahlen für September waren erneut herausragend. BYD konnte die Auslieferungen insgesamt im Jahresvergleich um annähernd 17 % auf rund 463.000 Fahrzeuge steigern. Das ist ein neuer Jahreshöchstwert.

Exportziele werden deutlich übertroffen

Vor allem im Export ging es noch einmal kräftig nach oben. Im Ausland wurden circa 154 % mehr Fahrzeuge als ein Jahr zuvor abgesetzt. Das bedeutet eigentlich, dass BYD auf dem besten Weg ist, seine Exportziele deutlich zu übertreffen. Ursprünglich sollten im laufenden Jahr 1,3 Millionen Fahrzeuge im Ausland abgesetzt werden. Inzwischen rechnet BYD mit 1,9 bis 2 Millionen Fahrzeugen. An der Börse schlägt sich diese Entwicklung bislang in keiner Weise nieder.

Auch im zweiten Quartal hatte BYD mit seinen Zahlen überzeugt. Dennoch bleiben Belastungsfaktoren. Der schwache chinesische Markt und der dortige Preiskampf drücken auf die Stimmung. Hinzu kommen mögliche weitere Zollbelastungen in der EU. BYD steuert allerdings dagegen und möchte eigene Fabriken in Europa betreiben. Insgesamt sollen es drei werden. Damit könnte das Unternehmen die Zollproblematik zumindest deutlich entschärfen.

Die Diskrepanz bleibt damit erheblich: Operativ liefert BYD starke Zahlen, während die Aktie auf nur noch 8,10 Euro gefallen ist. Die Analysten sehen weiterhin deutlich höhere Kurse. Jetzt muss zunächst die Marke von 8 Euro halten. Gelingt das, könnten die starken Exportzahlen endlich wieder stärker in den Vordergrund rücken.