BYD liefert derzeit ein Zahlenbild, das kaum zum Kursverlauf passt. Während der Konzern sein Geschäft außerhalb Chinas massiv ausweitet, fiel die Aktie am Dienstag auf 8,37 Euro. Der Abstand zu den beiden wichtigen Durchschnittslinien beträgt inzwischen jeweils mehr als 20 %. Oberhalb von 10 Euro beginnt aus Sicht der Charttechnik ein Bereich, den die Aktie zunächst zurückerobern müsste.
Im September gingen rund 189.000 Fahrzeuge ins Ausland. Das waren mehr als 153 % mehr als ein Jahr zuvor. Seit Jahresbeginn kommt BYD damit auf über 1,34 Millionen internationale Verkäufe. Gemessen am Gesamtabsatz von rund 3,13 Millionen Fahrzeugen entfallen inzwischen mehr als 42 % auf Märkte außerhalb Chinas.
Mehr Produktion im Ausland
Der Konzern verändert dafür seine Produktionsstruktur. Thailand, Brasilien, Usbekistan und Ungarn stehen neben den Exporten aus China für den Aufbau einer breiteren europäischen und internationalen Fertigung. Auch eigene Frachtschiffe gehören inzwischen zur Strategie.
Im Heimatmarkt bleibt das Umfeld schwieriger. Im September gingen die Verkäufe in China um rund 13 % auf 282.861 Fahrzeuge zurück. Weltweit lag der Absatz nach neun Monaten deshalb noch 3,9 % unter dem Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr erscheint ein Auslandsgeschäft von 1,9 bis 2 Millionen Fahrzeugen dennoch erreichbar.
Für die Börsenbewertung ist außerdem der Margenunterschied interessant. Außerhalb Chinas erzielt BYD nach den vorliegenden Einschätzungen höhere Margen. Die Analysten sehen deshalb weiterhin erhebliches Kurspotenzial und kommen im Mittel auf mehr als 14 Euro. Der Weg dorthin führt an der Börse allerdings zunächst über die 10-Euro-Zone. Die Aktie wird also langfristig noch in einem Dilemma bleiben. Die Börsianer sind vorsichtig. Und dennoch bleiben auch die wirtschaftlich relevanten und positiven Faktoren, die Analysten so sehr beeindruckt haben, dass sich die Kursziele praktisch nie ändern.
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