Gleich 4,1 % schwächer zeigt sich BYD am Donnerstag. Die Chinesen sind nur noch 7,80 Euro wert. Das ist ein Drama, insofern die Aktie damit auf dem tiefsten Kurs seit langem gelandet ist. Dies wiederum können die Börsen wohl kaum ernst meinen, so die Kritiker. Denn die Zahlen sehen derzeit gut aus. Es wurde bekannt, dass BYD in der EU in den ersten 9 Monaten rund 206.000 Fahrzeuge verkauft hat. Das sind immerhin 150 % mehr als ein Jahr zuvor. Die Börsen scheren sich nicht darum.

Immerhin wird heute deutlich, warum die Notierungen immer noch auf dem Favoritenzettel einiger Aktionäre stehen. Analysten haben trotz aller Schwächen ihre Kursziele immer noch nicht korrigiert. Die Kursziele werden ungefähr bei 14 Euro taxiert, so jedenfalls im Mittel. Daran hat sich nichts geändert.

Echte Zahlen kommen bald

Dadurch, dass BYD demnächst Zahlen publiziert, stehen die Kursziele auf dem Prüfstand, allerdings auch der niedrige Kurs. Am 29. Oktober öffnet BYD die Bücher zum dritten Quartal.

Tatsächlich steht ein Faktum im Vordergrund, das jüngst durchaus für Diskussionen gesorgt hatte. Die EU hat in Zusammenarbeit mit China die Hybridimporte für chinesische Autos insgesamt auf 350.000 Einheiten im Jahr reduziert. Zunächst. Das bedeutet, BYD wird dadurch gegebenenfalls belastet.

Auf den zweiten Blick jedoch bereitet diese Vereinbarung keine Sorgen. BYD möchte weiterhin in Europa produzieren. Das wiederum wird sich auch an verschiedenen Standorten dokumentieren. Unter anderem wird hier eventuell einem Standort in Frankreich die Ehre zuteil, BYD-Fahrzeuge zu produzieren.

BYD möchte damit zum Beispiel Zölle umgehen und gleichzeitig natürlich die Vertriebsstrukturen in Europa weiter aufbauen. Der Hintergrund ist relativ einfach zu verstehen. In China ist der Pkw-Markt für BYD und andere Unternehmen deutlich schwächer geworden. Im Export dagegen lebt BYD auf.

Das Unternehmen möchte im laufenden Jahr 1,9 bis 2 Millionen Fahrzeuge im Ausland absetzen, was deutlich mehr ist als das, was ursprünglich geplant worden war. BYD profitiert vor allem davon, dass die Margen hier höher sind. Also dürfte sich dies auch in den kommenden Zahlen schon einmal niederschlagen.

Am 29. Oktober sollte BYD zumindest sehr viel Aufmerksamkeit erfahren. Bis dahin ist die Aktie tatsächlich im Moment noch im klaren Abwärtstrend.

Das bezieht sich sowohl auf die technischen Indikatoren wie den GD100 oder den GD50 als auch auf die Charttechnik. Erst ab 10 Euro wird die Aktie danach hier wieder einen ordentlichen Aufwärtstrend erreichen können.

Und dennoch: Analysten haben hier ihre Kursziele bis dato komplett verteidigt.