BYD geht mit einem schwachen Börsenbild ins Wochenende. Am Freitag verlor die Aktie 3,67 % und fiel auf 8,38 Euro. Damit liegt der Kurs mehr als 20 % unter GD100 und GD200. Gleichzeitig liefert der Konzern gerade beim Auslandsgeschäft Zahlen, die deutlich dynamischer ausfallen als der Aktienkurs.

Im September verkaufte BYD rund 180.700 Fahrzeuge außerhalb Chinas. Gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht das einem Plus von mehr als 153 %. Rund 39 % des gesamten Septemberabsatzes entfielen damit bereits auf internationale Märkte. Von Januar bis September summierten sich die Auslandsverkäufe auf mehr als 1,34 Millionen Fahrzeuge.

International mehr und mehr vertreten

Der Konzern baut seine internationale Präsenz dabei nicht nur über Exporte aus. In Thailand, Brasilien, Usbekistan und Ungarn entstehen beziehungsweise bestehen Produktionsstandorte für die Belieferung lokaler Märkte. Hinzu kommen eigene Frachtschiffe. BYD schafft damit mehrere Vertriebskanäle außerhalb des chinesischen Heimatmarktes.

Dort bleibt die Entwicklung schwieriger. Im September sank der Absatz in China um rund 13 % auf 282.861 Fahrzeuge. Weltweit verkaufte BYD in den ersten neun Monaten rund 3,13 Millionen Fahrzeuge, 3,9 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Das starke Auslandsgeschäft gewinnt dadurch zusätzlich an Bedeutung.

Für das Gesamtjahr erscheinen internationale Verkäufe von 1,9 bis 2 Millionen Fahrzeugen erreichbar, sofern BYD das bisherige Tempo weitgehend hält. Nach den vorliegenden Einschätzungen sind die Margen außerhalb Chinas zudem höher als im Heimatmarkt. Ein größerer Auslandsanteil könnte damit auch für die Ertragsstruktur relevant werden.

Die Analysten sehen die Aktie inzwischen deutlich höher. Ihre durchschnittlichen Kursziele liegen bei mehr als 14 Euro. Bei 8,38 Euro an diesem Freitag entspricht das einem Abstand von rund zwei Dritteln.