Europa könnte für BYD ausgerechnet durch die Handelshürden noch wichtiger werden. Die EU versucht, chinesische Elektroautos mit zusätzlichen Zöllen und Vorgaben für lokale Fertigung zurückzudrängen. BYD arbeitet jedoch daran, einen wachsenden Teil seiner Fahrzeuge direkt in Europa zu bauen. Langfristig sind offenbar drei Werke geplant. Damit würde ein wesentlicher Teil der Zollproblematik für vor Ort produzierte Modelle entfallen. An der Börse hilft diese Perspektive momentan wenig. Die BYD-Aktie schloss am Freitag bei 8,81 Euro und verlor 1,10 %. In fünf Handelstagen ging es um 2,48 % nach unten, seit Jahresbeginn sogar um 17,70 %. Vor allem das schwierige Geschäft in China bremst. Dort drücken intensiver Wettbewerb und niedrige Preise auf die Entwicklung.
Kurs der BYD ist nicht im Einklang mit wirtschaftlichen Rahmenbedingungen
BYD reagiert mit einer stärkeren Internationalisierung. Die Verkäufe außerhalb Chinas wachsen deutlich schneller und erzielen höhere Margen als das Geschäft im Heimatmarkt. Europa spielt dabei eine besondere Rolle. Das erste Pkw-Werk in Ungarn soll die Produktion aufnehmen, weitere europäische Kapazitäten sind geplant. Aus einem chinesischen Exporteur würde damit zunehmend auch ein europäischer Produzent. Finanziell bleibt das Wachstum beachtlich. Für 2026 werden 894 Milliarden Yuan Umsatz und 39,5 Milliarden Yuan Nettogewinn erwartet. 2027 steigen die Schätzungen auf 1,02 Billionen Yuan beziehungsweise 50,6 Milliarden Yuan. Das erwartete KGV fällt von 15,90 auf 12,10.
Dazu kommt die technologische Entwicklung. BYD arbeitet an Feststoffbatterien und plant für 2027 zunächst eine Demonstrationsflotte von rund 1.000 Fahrzeugen. Eine breitere Produktion ist erst für die Zeit um 2030 vorgesehen. Damit bleibt die Technologie zunächst ein Zukunftsprojekt und kein kurzfristiger Ergebnistreiber.
Die Analysten setzen dennoch erheblich höhere Marken an. Ihr durchschnittliches Kursziel entspricht umgerechnet mehr als 14 Euro. Von 8,81 Euro aus fehlen damit rund 59 %. Die Börse bewertet derzeit vor allem die Probleme in China, während BYD mit seiner europäischen Produktion einen Teil der politischen Handelshürden langfristig umgehen könnte.
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