Derzeit läuft noch immer der Kampf der BYD um die Marke von 10 Euro. Am Freitag gelang es nicht, diese Kurshürde noch einmal zu überwinden. Schade, meinen zumindest die Charttechniker zu dem Titel sicher.

Dabei wird die BYD durchaus als recht erfolgreich wahrgenommen. Immer mehr Umsatz soll künftig außerhalb Chinas entstehen. Genau darauf richtet BYD seine Strategie aus. Während der Wettbewerb im Heimatmarkt immer intensiver wird, entstehen neue Produktionsstandorte rund um den Globus. Dadurch will der Konzern seine internationale Stellung ausbauen und gleichzeitig die Abhängigkeit vom chinesischen Markt reduzieren.

Brasilien erreichte einen Meilenstein

Im brasilianischen Werk Camaçari rollte vor wenigen Tagen das 100.000. Elektrofahrzeug vom Band. Bemerkenswert ist vor allem das Tempo: Seit Produktionsbeginn ist erst rund ein Jahr vergangen.

Bereits bis Ende 2026 soll die Jahreskapazität auf 300.000 Fahrzeuge steigen. Langfristig plant BYD sogar 600.000 Fahrzeuge pro Jahr.

Mehr als 5.500 Mitarbeiter arbeiten inzwischen an diesem Standort. Für den Konzern ist Brasilien damit weit mehr als ein einzelnes Werk – vielmehr bildet die Fabrik das Fundament für weiteres Wachstum in Lateinamerika.

Auch Europa erhält eine immer größere Bedeutung. Rund vier Milliarden Euro investiert BYD in sein neues Werk in Ungarn. Dort soll ab dem vierten Quartal 2026 die Produktion für den europäischen Markt anlaufen.

Damit verfolgt das Unternehmen gleich mehrere Ziele: kürzere Lieferwege, geringere Importkosten und mehr Unabhängigkeit von möglichen Handelsbeschränkungen. Hintergrund sind die Diskussionen über zusätzliche Zölle auf chinesische Batterien und Hybridfahrzeuge.

An der Börse bleibt die Entwicklung ebenfalls aufmerksam beobachtet. Vorgestern erreichte die Aktie noch 10,10 Euro, gestern notiert sie wieder bei 9,86 Euro. Der Bereich um 10 Euro bleibt damit eine wichtige Hürde.

Charttechnisch ist daraus zwar noch kein nachhaltiger Aufwärtstrend entstanden. Dennoch trauen Analysten dem Papier deutlich höhere Kurse zu. Im Durchschnitt liegen ihre Kursziele bei über 14 Euro. Daraus ergibt sich derzeit ein rechnerisches Potenzial von rund 40 %. Einzelne Experten erwarten sogar noch höhere Bewertungen.