BYD verlor am Mittwoch weiter den Boden. Die Notierungen sind mit rund 8,74 Euro in einem sehr klaren Abwärtstrend, der derzeit auch kaum einen Ausweg zu kennen scheint. Jedenfalls gilt dies vor allem für die Börsen. Auf der anderen Seite gibt es auch gute Nachrichten.

BYD: Neue Technik hilft

Auf der IAA Transportation 2026 in Hannover setzt der Konzern beim elektrischen Sattelzug ETT 44 vor allem bei der Ladezeit an. Für einen elektrischen Sattelzug entscheidet nicht allein die Reichweite über seine Alltagstauglichkeit. Auf der IAA Transportation 2026 in Hannover stellt BYD deshalb einen anderen Engpass heraus: die Ladezeit. Mit dem ETT 44 präsentiert der chinesische Konzern eine elektrische 44-Tonnen-Zugmaschine, die den bisherigen Zeitnachteil batterieelektrischer Lastwagen auf der Langstrecke verkleinern soll.

Der entscheidende technische Baustein ist das Megawatt Charging System von BYD. Während der ETT 44 über CCS2 mit maximal 420 kW geladen werden kann, stehen am hauseigenen System mehr als 1,5 Megawatt zur Verfügung. Dadurch soll sich der 651-kWh-Akku von 20 auf 80 % in lediglich 20 Minuten füllen. Für Speditionen geht es dabei um mehr als Komfort: Jede verkürzte Ladepause reduziert die Zeit, in der ein Fahrzeug nicht für Transporte eingesetzt werden kann. Die dafür notwendige Energiespeicherung übernimmt ein Blade-Akku auf 851-Volt-Basis. Bis zu 600 Kilometer Reichweite nennt BYD für die 4×2-Zugmaschine. Beim Antrieb stehen 743 PS Dauerleistung und bis zu 1.000 PS Spitzenleistung bereit. Damit adressiert das Modell den schweren Fernverkehr und tritt unmittelbar gegen etablierte Hersteller wie Daimler Truck, Volvo, Scania und MAN an.

BYD versucht zudem, die Batterie über eine lange Einsatzdauer abzusichern. Für den ETT 44 gilt eine Garantie von zehn Jahren oder 1,2 Millionen Kilometern. Automatische Distanzregelung und Totwinkelwarner gehören ebenfalls zur Ausstattung. Das Fahrzeug soll damit nicht nur hohe Leistungswerte erreichen, sondern die Anforderungen eines gewerblichen Dauerbetriebs abdecken. Zum Konzept gehört eine zweite Ebene, die über den Lkw selbst hinausgeht. Unter dem Begriff „Total Cost of Mobility“ kombiniert BYD den elektrischen Sattelzug mit Ladestationen, Puffer-Großspeichern, smartem Energiemanagement und maßgeschneiderter Finanzierung. Der Konzern verkauft damit nicht nur einen Antrieb, sondern versucht, die komplette Energieversorgung des Fuhrparks in das eigene Angebot einzubinden.

Diese Systemidee gewinnt an Bedeutung, weil BYD auch bei anderen Fahrzeugen die Ladezeiten verkürzt. Die Super e-Platform arbeitet mit einer 1.000-Volt-Architektur und Ladeleistungen von bis zu 1.000 Kilowatt. Über ein Doppelanschluss-System sollen 400 Kilometer Reichweite innerhalb von fünf Minuten nachgeladen werden können. Mehr als 4.000 Hochleistungsladestationen sind dafür auf dem chinesischen Heimatmarkt geplant. Neben der Ladeoffensive arbeitet BYD an einer neuen Batteriegeneration. Für 2027 ist eine Demonstrationsflotte mit Feststoffzellen vorgesehen, bevor um 2030 eine breitere Massenfertigung angestrebt wird. Die Entwicklung soll die Möglichkeiten bei Reichweite und Energiespeicherung nochmals erweitern.

Analysten sind jedenfalls nicht unzufrieden. Trotz des laufenden Abwärtstrends sehen die Experten die Aktie bei sehr hohen 14 Euro.