BYD kommt aus einer schwachen Woche. Am Ende wurden es noch einmal -3,1 %, womit die Aktie auf nur noch 8,39 Euro gefallen ist.

Ausgerechnet in dieser schwachen Börsenphase erreicht BYD außerhalb Chinas neue Größenordnungen. Rund 189.000 Fahrzeuge wurden im August exportiert, so viele wie noch nie in einem Monat. Bis zu zwei Millionen Auslandsverkäufe sollen es 2026 werden. Bekräftigt wird dies durch die ersten September-Zahlen mit einem Export-Anstieg um über 120 % ggb. dem Vorjahr. Das könnte sich auch beim Ergebnis bemerkbar machen, denn außerhalb Chinas sind die Margen höher als im vom Preiskampf geprägten Heimatmarkt.

Europa ist entscheidend für die BYD

Europa wird dafür zunehmend zum Produktionsstandort statt zum reinen Exportziel. Langfristig sind offenbar drei BYD-Werke geplant. Fahrzeuge aus europäischer Fertigung wären von den zusätzlichen EU-Zöllen auf chinesische Elektroautoimporte nicht betroffen. Mit dem Aufbau eigener Kapazitäten verliert die Zollfrage für BYD deshalb schrittweise an Bedeutung.

Noch früher sollen neue Fahrzeuge für Nachfrage sorgen. Der Seagull erhält in seiner zweiten Generation eine neue technische Basis mit Heckantrieb und 95 Kilowatt Leistung. Beim Seal 07 sind in der Elektroversion bis zu 300 Kilowatt und LiDAR-Technik vorgesehen.

Feststoffbatterien spielen dagegen erst später eine größere Rolle. Rund 1.000 Demonstrationsfahrzeuge sind für 2027 geplant, die Großserie soll um 2030 folgen. Wesentlich näher am Markt ist das Flash-Charging-System. Unter geeigneten Bedingungen soll damit eine Ladung von 10 % auf 97 % innerhalb von neun Minuten möglich sein.

Die nächsten Wachstumsfelder sind damit klar abgesteckt: mehr Auslandsgeschäft, europäische Produktion und neue Fahrzeugtechnik. Analysten erwarten auch deshalb noch Kurse von über 14 Euro.