Bei BYD rückt eine Technologie näher an die praktische Erprobung, die für die nächste Generation der Elektromobilität entscheidend werden könnte. Der Konzern plant für 2027 eine Testphase mit Festkörperbatterien und setzt damit einen konkreten Zeitrahmen in einem chinesischen Batteriemarkt, in dem Hersteller um die technologische Vorherrschaft der kommenden Akku-Generation konkurrieren.

Festkörperbatterien versprechen höhere Energiedichten, geringeres Gewicht und zusätzliche Sicherheit. BYD bringt dafür eine besondere Ausgangslage mit, weil die Unternehmensgeschichte mit der Batterieproduktion begann. Das über Jahrzehnte aufgebaute Wissen in der Zellchemie ist heute mit eigener Fahrzeugentwicklung und Fertigung verbunden. Neue Zelltechnologien können dadurch direkt in die eigene Modellpalette übertragen werden.

BYD mit durchaus hoffnungsfrohen Zahlen

Aktuell kostet die Aktie nach einem weiteren Abschlag von -2,59 % weniger und notierte bei 9,64 Euro. Dies ist offenbar eine Antwort auf die Halbjahreszahlen vom 28. August. BYD wächst im Ausland und verliert relativ im Inland, dies ist die Botschaft jenseits dieser Zahlen.

Der geplante Festkörper-Testlauf 2027 aber besitzt deshalb eine größere industrielle Bedeutung als ein einzelnes Forschungsprojekt. BYD verbindet Zellchemie, Batteriesysteme und Fahrzeugbau innerhalb eines Konzerns. Wettbewerber wie CATL verweisen dagegen auf technische Hürden und wollen erste Serienanwendungen zunächst auf teurere Premium-Plattformen begrenzen. Der Übergang zur Großserie bleibt dennoch mit technischen und wirtschaftlichen Herausforderungen verbunden.

Beim europäischen Produktionsausbau entsteht parallel ein konkreter Zeitdruck. Der Serienstart des Werks im ungarischen Szeged wurde auf das vierte Quartal 2026 verschoben und liegt damit ungefähr ein Jahr hinter der ursprünglichen Planung. Auf dem rund 300 Hektar großen Gelände ist zunächst eine Jahreskapazität von 150.000 Fahrzeugen vorgesehen. Dolphin Surf und Atto gehören zu den Modellen, die dort produziert werden sollen.

Analysten bleiben hier noch sehr zuversichtlich!