Das Auslandsgeschäft wird für BYD zu einem immer wichtigeren Absatzkanal. Im September stiegen die Exporte von Pkw und Pick-ups auf 179.877 Fahrzeuge. Gegenüber dem Vorjahresmonat bedeutet das einen Zuwachs von 153,9 %. Gleichzeitig verkaufte der Konzern insgesamt 463.561 Fahrzeuge mit alternativen Antrieben.

Die Börse lässt sich dennoch nicht beeindrucken. Nur 0,69 % am Montag sind vergleichsweise wenig. 8,47 Euro zeigen die Kurstafeln an, 14 Euro erwarten indes die Analysten. Dies ist ein himmelweiter Unterschied.

BYD in China zu schwach

Diese Entwicklung steht einer schwächeren Bilanz im chinesischen Heimatmarkt gegenüber. Von Januar bis September erreichten die Gesamtauslieferungen 3.131.576 Fahrzeuge und lagen damit 3,94 % unter dem Vorjahreswert. Der kräftige September-Export zeigt somit eine deutliche Verschiebung innerhalb des Absatzes, beseitigt den Rückgang im Gesamtvolumen aber noch nicht.

Die Belastungen aber an den Börsen kamen nicht allein aus dem Unternehmen. An den asiatischen Märkten sorgten zuletzt höhere Renditen von US-Staatsanleihen und steigende Ölpreise für zusätzlichen Druck. Enttäuschungen über chinesische Konjunkturmaßnahmen verstärkten die Zurückhaltung nach der Feiertagspause. Citigroup hatte zudem auf schwächere Großhandelsabsätze alternativer Antriebe in China verwiesen.

Der europäische Markt liefert dagegen ein anderes Bild. In den ersten acht Monaten 2026 registrierte BYD 177.752 Fahrzeuge in der Europäischen Union und lag damit vor Tesla mit 142.165 Neuzulassungen. Der Abstand ist allerdings mit Vorsicht zu lesen, weil die ACEA-Statistik bei BYD neben reinen Elektroautos auch Plug-in-Hybride berücksichtigt.

Gerade diese Antriebsbreite ist für BYD ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil. Reine Elektroautos erreichten in Europa rund 1,64 Millionen Neuzulassungen und 21,7 % Marktanteil. Plug-in-Hybride kamen auf 10 %, während Vollhybride ohne Stecker mit 36,6 % die größte Fahrzeugklasse stellten. Benziner lagen ebenfalls bei 21,7 %, Diesel bei 7,3 %.

Damit adressiert BYD Käufer mit unterschiedlichen Vorstellungen von Reichweite und elektrischer Nutzung. Tesla konzentriert sein Angebot auf reine Elektrofahrzeuge. Der chinesische Konzern kann dagegen beide Antriebskonzepte anbieten und ist deshalb weniger auf eine einzige Fahrzeugkategorie angewiesen.

Reuters zufolge legten die weltweiten Verkäufe im September den fünften Monat hintereinander zu. Analysten werden sich noch immer freuen.