BYD hat an der Börse wieder ein Lebenszeichen gesendet. Mit einem Kursgewinn von 2,15 % ging es für die Aktie auf 8,17 Euro nach oben. Nach den schwachen vergangenen Wochen ist das zumindest ein Anfang. Die eigentliche Herausforderung bleibt allerdings bestehen: Der chinesische Autobauer muss die Anleger davon überzeugen, dass sein Wachstum auch unter schwierigeren Marktbedingungen trägt. Dabei setzt der Konzern inzwischen nicht mehr allein auf günstige Elektroautos. Mit einem neuen Luxusmodell nimmt BYD sogar die Kundschaft von Rolls-Royce und Bentley ins Visier.

Schwache Ausgangslage

Die Ausgangslage an der Börse ist dabei durchaus widersprüchlich. Während die Aktie noch immer 12,04 % unter dem GD100 und 19,10 % unter dem GD200 notiert, sehen Analysten Kursziele von gut 14 Euro. Ausgehend von 8,50 Euro ergibt sich damit ein rechnerisches Potenzial von rund 65 %. Die jüngsten Kursgewinne reichen für eine Trendwende noch nicht aus. Sie zeigen aber, dass die Anleger BYD keineswegs abgeschrieben haben.

Ein Grund dafür sind die jüngsten Geschäftszahlen. BYD hatte am Donnerstag die Ergebnisse für das dritte Quartal vorgelegt und damit zunächst gemischte Reaktionen ausgelöst. Vor allem der chinesische Heimatmarkt bereitet dem Hersteller Schwierigkeiten. Der intensive Wettbewerb belastet das Geschäft, während die Erwartungen an das Wachstum weiterhin hoch sind.

Dennoch konnte BYD seinen Gewinn gegenüber dem Vorjahr um 28,1 % steigern. Das blieb zwar etwas hinter den Erwartungen zurück, ist angesichts des schwierigen Marktumfelds aber ein beachtlicher Zuwachs. Der Umsatz legte sogar um 30,6 % zu.

Entscheidend ist zunehmend das Geschäft außerhalb Chinas. Der Export hat einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung geleistet. Medien berichteten zudem, dass BYD im Oktober im Ausland noch einmal 11 % mehr Fahrzeuge verkauft habe. Die internationale Expansion wird damit zu einem wichtigen Gegengewicht zur Schwäche auf dem Heimatmarkt.

Doch BYD will nicht nur mehr Fahrzeuge in zusätzlichen Ländern verkaufen. Der Konzern arbeitet zugleich daran, seine Stellung innerhalb der Automobilindustrie grundlegend zu verändern. Besonders deutlich wird das an einem neuen Projekt, das mit dem bisherigen Bild der Marke nur noch wenig gemeinsam hat.

Mit dem Yangwang Altior will BYD in eine Fahrzeugklasse vordringen, in der Luxus nicht allein über Leistung oder Technik definiert wird. Der chinesische Konzern richtet seine neue Limousine an einem Umfeld aus, das bislang stark von Rolls-Royce, Bentley und Mercedes-Maybach geprägt ist. Der Schritt soll zeigen, dass BYD mehr sein möchte als ein Anbieter vergleichsweise erschwinglicher Elektroautos. Das Unternehmen will auch im obersten Marktsegment einen eigenen Anspruch sichtbar machen.

Analysten sehen solche Versuche offenbar noch immer zuversichtlich. Die Ziele haben sich nicht verändert. Langsam wird auch der Markt wieder etwas stärker. Stark!