8,55 Euro sind für BYD derzeit ein Kursniveau, an dem sich die technische Schwäche besonders gut ablesen lässt. Mehr als 20 % fehlen weiterhin bis zu wichtigen Trendindikatoren. Selbst die Marke von 10 Euro liegt noch 1,45 Euro oder rund 16,9 % entfernt. Für eine deutlich bessere technische Ausgangslage müsste BYD sogar 10,20 Euro erreichen. Erst dann wären GD100 und GD200 wieder überschritten. Die Börse lässt damit bislang einen wesentlichen Teil der operativen Entwicklung unberücksichtigt. Im September verkaufte BYD weltweit 463.561 Fahrzeuge, 17 % mehr als im Vorjahresmonat. Fast 180.000 Fahrzeuge gingen an Kunden außerhalb Chinas. Das Auslandsgeschäft legte damit um 150 % zu.
Verkäufe in Europa wichtig
Die Exporte sind für BYD wirtschaftlich interessant. In Europa, Südamerika und Südostasien kann der Konzern höhere Margen erzielen als im chinesischen Heimatmarkt. Dort verschärft der Preiswettbewerb die Belastungen für die Profitabilität. Bereits im ersten Halbjahr stammte mehr als die Hälfte des Umsatzes aus internationalen Märkten.
Die September-Zahlen verändern das Bild vom Absatz deshalb stärker als die Kursentwicklung. BYD gewinnt außerhalb Chinas an Gewicht, während der Heimatmarkt wirtschaftlich schwieriger bleibt. Im ersten Halbjahr ging der Umsatz um mehr als 7 % zurück. Der Nettogewinn sank um gut 20 % auf 12,3 Milliarden Yuan.
Damit entsteht eine ungewöhnliche Lücke zwischen Absatz und Ergebnis. Im September wurden weltweit 17 % mehr Fahrzeuge verkauft als ein Jahr zuvor, gleichzeitig lag der Nettogewinn im ersten Halbjahr gut 20 % unter dem Vorjahreswert. Die steigenden Stückzahlen allein reichen also noch nicht aus, um die schwächere Ertragsentwicklung auszugleichen.
Für BYD wird deshalb entscheidend, welchen Beitrag die internationalen Märkte künftig zum Ergebnis leisten. Fast 180.000 Fahrzeuge außerhalb Chinas innerhalb eines Monats sind eine Größenordnung, die für das Unternehmen zunehmend relevant wird. Gleichzeitig bleiben handelspolitische Barrieren bestehen und der Aufbau der internationalen Präsenz erfordert weitere Investitionen.
An der Börse liegen die Erwartungen inzwischen wesentlich höher als der aktuelle Kurs. Das durchschnittliche Analystenziel von rund 14 Euro liegt 5,45 Euro über 8,55 Euro. Daraus ergibt sich ein rechnerisches Potenzial von rund 63,7 %. Die technische Erholung hat dieses Niveau allerdings noch nicht annähernd erreicht.
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