Sechs Handelstage, sechs Kursgewinne: Canaan Inc. erlebt an der Börse derzeit einen seltenen Lauf. Die Aktie kletterte am Dienstag um 6,54 Prozent auf 0,512 US-Dollar. Trotz der positiven Dynamik bleibt die Lage für den Spezialisten für Bitcoin-Mining-Hardware prekär.

Die Ein-Dollar-Hürde

Das Unternehmen arbeitet gegen einen drohenden Rauswurf von der Nasdaq. Seit Mitte Januar liegt eine offizielle Mitteilung über die Nichteinhaltung der Börsenregeln vor, da der Kurs die Marke von einem US-Dollar an 30 aufeinanderfolgenden Tagen unterschritten hat. Bis zum 13. Juli 2026 gewährt die Börsenaufsicht eine Frist, um die Compliance wiederherzustellen. Dafür muss das Papier an mindestens zehn aufeinanderfolgenden Tagen über der Ein-Dollar-Grenze schließen.

Das Handelsvolumen zog zuletzt deutlich an. Rund zehn Millionen zusätzliche Aktien wechselten im Vergleich zum Vortag den Besitzer.

Expansion in Texas

Operativ setzt Canaan auf Wachstum durch Zukäufe. Mit der Übernahme der restlichen Anteile an den „ABC Projects“ in West-Texas sicherte sich die Firma zusätzliche Kapazitäten von 120 Megawatt. Die gesamte Rechenleistung (Hashrate) stieg damit auf 14,75 EH/s. Indes füllte das Unternehmen seine Bestände auf. Ende Februar verfügte die Krypto-Reserve über folgende Bestände:

  • 1.793 Bitcoin (BTC)
  • 3.952 Ethereum (ETH)
  • 128 Millionen US-Dollar geschätzter Marktwert

Für das erste Quartal 2026 peilt das Management einen Umsatz zwischen 60 und 70 Millionen US-Dollar an. Die Strategie fokussiert sich auf strikte Kapitaldisziplin und die Sicherung von Energieressourcen für eine erwartete Markterholung. Konkrete Einblicke in die finanzielle Stabilität werden die für Mai angekündigten Quartalszahlen liefern. Bis dahin bleibt die Kursmarke von einem Dollar das entscheidende Ziel für den Verbleib an der Technologiebörse.