Canamera Energy Metals hat das Bohrprogramm beim Patos-Projekt in Brasilien abgeschlossen. Jetzt tickt die Uhr. Das Unternehmen wartet auf die Laborergebnisse der entnommenen Proben. Sobald diese vorliegen, startet ein 30-tägiges Zeitfenster für eine weitreichende Entscheidung.

An der Börse spiegelt sich die hohe Spannung wider. Die Aktie notiert aktuell bei 0,24 Euro und hat auf Monatssicht knapp 32 Prozent eingebüßt. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 0,71 Euro ist massiv. Eine annualisierte Volatilität von fast 118 Prozent zeigt die Nervosität der Marktteilnehmer.

Vor Ort in Brasilien sammelten die Teams 66 Proben aus elf Bohrlöchern. Die Bohrungen reichten bis in 78 Meter Tiefe. Ein ISO-zertifiziertes Labor analysiert das Material nun auf Seltene Erden und Titan. Die geologischen Schichten deuten auf vielversprechende ionische Tonlagerstätten hin.

Finanzielle Hürden und Meilensteine

Fällt die Entscheidung positiv aus, übernimmt Canamera das Projekt komplett. Der Kaufpreis setzt sich aus Barmitteln und Aktien zusammen. Von den fälligen 228.000 Kanadischen Dollar (CAD) in bar hat das Unternehmen bereits 20.000 CAD angezahlt. Dazu kommen Aktien im Wert von knapp 308.000 CAD.

Der Vertrag knüpft weitere Zahlungen an konkrete Erfolge:
* 228.000 CAD bei einem Bohrerfolg von 25 Metern mit mindestens 2.500 ppm Seltenen Erden innerhalb von drei Jahren.
* 342.000 CAD bei Nachweis einer Ressource von 250 Millionen Tonnen (2.000 ppm) innerhalb von fünf Jahren.

Politischer Gegenwind in Brasilien

Ein politischer Faktor erschwert die Lage. Brasilien ändert aktuell die Spielregeln für kritische Mineralien. Die Regierung fordert, dass ausländische Partner die Seltenen Erden lokal weiterverarbeiten. Das Land will eigene Arbeitsplätze schaffen und Technologien im Inland halten. Die Folge: Ausländische Firmen müssen umdenken. Brasilien besitzt immerhin zehn Prozent der weltweiten Reserven an kritischen Mineralien.

Das Management rechnet in vier bis sechs Wochen mit den vollständigen Laborergebnissen. Danach bleiben Canamera genau 30 Tage für die endgültige Übernahmeentscheidung. Die geochemischen Daten aus den 66 Proben bestimmen dann den weiteren Weg des Unternehmens in Südamerika.