Glänzende Technologie in Washington, harte Zahlen in der Bilanz. Carl Zeiss Meditec zeigt auf der US-Augenheilkunde-Konferenz ASCRS seine neuesten digitalen Werkzeuge. Die Innovationen sollen Arbeitsabläufe im OP beschleunigen. Der Zeitpunkt für die Offensive ist gut gewählt. Der Medizintechnik-Konzern kämpft aktuell mit schrumpfenden Margen.

KI und Cloud für den OP

Im Zentrum stehen neue chirurgische Instrumente für das DORC-System. Parallel dazu rüstet Zeiss seine Software auf. Programme wie der IOLMaster 700 helfen Ärzten, komplexe Linsenberechnungen nach Augenlaserkorrekturen zu meistern. Ein weiterer Baustein ist VisioGen. Diese KI-Plattform beantwortet Patientenfragen rund um die Uhr und vergibt Termine. Cloud-Dienste für den Datenaustausch runden das Paket ab.

Druck auf die Marge

Die digitalen Helfer sollen die Effizienz der Kliniken steigern. Ein dringend nötiger Impuls. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres sank der Umsatz um knapp fünf Prozent auf 467 Millionen Euro. Die operative Marge schrumpfte auf magere 1,7 Prozent.

Die Gründe für den Rückschlag sind vielfältig. Krankenhäuser halten sich bei teuren Investitionen zurück. Geopolitische Spannungen belasten das Geschäft. Besonders der chinesische Markt bremst das Wachstum. Dort drückt das staatliche Preisausschreibungssystem VBP massiv auf die Erlöse. Das Management reagiert und will die Produktion stärker lokalisieren.

Die Bewährungsprobe für die neue Strategie folgt in Kürze. Im Mai veröffentlicht Carl Zeiss Meditec den Halbjahresbericht. Dann muss der Vorstand belegen, dass die Sparmaßnahmen und die neuen Produkte greifen. Die Aktie ging vor dem Feiertag bei 25,80 Euro aus dem Handel.