Nach einer monatelangen Erholungsrallye holt die Realität schwankender Rohstoffmärkte den Kreuzfahrtriesen Carnival wieder ein. Die Aktie geriet am Dienstag unter deutlichen Verkaufsdruck und verlor rund vier Prozent an Wert. Am New Yorker Handelsplatz rutschte der Kurs auf 23,89 US-Dollar ab. Zuvor hatte das Papier noch Höchststände von über 27 US-Dollar markiert.
Fehlende Absicherung rächt sich
Marktbeobachter führen die Schwäche primär auf die hohe Sensitivität gegenüber volatilen Energiekosten zurück. Carnival weist im Vergleich zu Konkurrenten wie Royal Caribbean eine deutlich geringere Absicherungsquote bei Treibstoffen auf. Das macht den Konzern anfällig für Preisschwankungen am Ölmarkt. Diese werden derzeit durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten getrieben.
Finanzvorstand David Bernstein machte die Risiken kürzlich greifbar. Ein Anstieg der Treibstoffkosten um zehn Prozent pro Tonne würde das Nettoergebnis um etwa 160 Millionen US-Dollar belasten. Das entspricht einem Minus von 0,11 US-Dollar je Aktie.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Carnival?
Technische Verkäufe und Konsumzurückhaltung
Parallel dazu belasten strukturelle Veränderungen den Kurs. Im Mai schloss das Unternehmen die Zusammenführung seiner dualen Unternehmensstruktur ab und nahm die Dividendenzahlungen wieder auf. Die Umstrukturierung führte allerdings zum Ausschluss der Londoner Notierung aus den FTSE-Indizes. In der Folge sahen sich Indexfonds zu technischen Verkäufen gezwungen.
Abseits der Börsentechnik trübt sich auch das operative Umfeld leicht ein. Analysten registrieren erste Anzeichen für eine Zurückhaltung bei den Konsumenten. Gestiegene Flugpreise und die allgemeine Inflation dämpfen das Reiseinteresse.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Carnival?
Fundamentale Lage bleibt angespannt
Die jüngsten Quartalszahlen belegen eigentlich eine operative Erholung. Carnival erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz von knapp 6,2 Milliarden US-Dollar. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 258 Millionen US-Dollar, während der operative Cashflow bei 1,26 Milliarden US-Dollar lag.
Analysten verweisen jedoch auf die weiterhin hohe Verschuldung von knapp 25 Milliarden US-Dollar. Diese schränkt den finanziellen Spielraum bei steigenden Zinsen erheblich ein. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 11 ist die Aktie im Branchenvergleich moderat bewertet. Die nächste Quartalsmitteilung wird nun konkrete Daten liefern, wie stark die Treibstoffkosten die Margen bereits komprimiert haben.
Carnival-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Carnival-Analyse vom 20. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Carnival-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Carnival-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 20. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Carnival: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


