Carnival Aktie: 500 Millionen Kraftstoffkosten drücken Gewinn

Carnival kämpft mit Buchungschaos nach IT-Panne und hohen Treibstoffkosten. Die Aktie verliert seit Jahresbeginn fast 15 Prozent.

Carnival Aktie
Kurz & knapp:
  • IT-Ausfall führte zu falschen Billigpreisen
  • Treibstoffkosten belasten Gewinnprognose
  • Buchungsrekord trotz hoher Schulden
  • Strukturreform zu einer Einheitsgesellschaft

Ein IT-Ausfall, gestrichene Billigbuchungen und ein Gewinnziel unter Druck — Carnival startet mit einem vollen Problemkorb in die neue Woche. Die Aktie notiert bei 22,49 Euro und hat seit Jahresbeginn fast 15 Prozent verloren.

Buchungschaos mit Folgen

Was als 18-stündige Wartungspause geplant war, zog sich über mehrere Tage hin. Während des Ausfalls zeigte Carnivalss Website fehlerhafte Preise an. Balkonkabinen und mehrtägige Fahrten standen plötzlich für 130 bis 400 Dollar im System — statt der üblichen 800 bis über 2.000 Dollar.

Am 12. Mai begann Carnival, Stornierungsbenachrichtigungen zu versenden. Das Unternehmen erklärte, die Preise hätten weit unter jedem vernünftigen Aktionstarif gelegen. Zahlungen erstattete Carnival vollständig. Als Entschädigung erhalten betroffene Gäste ein Bordguthaben von 100 Dollar pro Kabine — einlösbar für Buchungen bis zum 31. August 2026.

Der Vorfall wurde schnell zur meistdiskutierten Buchungskontroverse der Reisebranche in diesem Jahr.

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Kraftstoff frisst Gewinn

Teurer Treibstoff bleibt das größte Ergebnisrisiko. Carnival rechnet mit einem Kraftstoffkosteneffekt von mehr als 500 Millionen Dollar für das Gesamtjahr. Das drückt den erwarteten Gewinn je Aktie auf 2,21 Dollar — gegenüber zuvor prognostizierten 2,48 Dollar.

CFO Bernstein beziffert die Sensitivität präzise: Jede Veränderung der Kraftstoffkosten um 10 Prozent je Tonne verschiebt das Nettoergebnis um rund 160 Millionen Dollar. Auf der Habenseite stehen Effizienzgewinne von rund 650 Millionen Dollar gegenüber 2019 — durch verbesserten Verbrauch.

Starke Buchungen, hohe Schulden

Die Fundamentaldaten zeigen ein gespaltenes Bild. Im ersten Quartal 2026 übertraf Carnival die Erwartungen der Analysten. Die Kundenanzahlungen stiegen auf fast 8 Milliarden Dollar — ein Plus von knapp 10 Prozent gegenüber dem Vorjahresrekord. Fast 85 Prozent der Kapazität für 2026 sind bereits zu historisch hohen Preisen gebucht. Buchungen reichen weit ins Jahr 2028.

Das Management setzte eine Quartalsdividende von 0,15 Dollar je Aktie wieder ein und genehmigte ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 2,5 Milliarden Dollar. 25 Analysten empfehlen die Aktie im Schnitt zum Kauf — mit einem durchschnittlichen Kursziel von 34,06 Dollar.

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Die Kehrseite: Langfristschulden von über 24,9 Milliarden Dollar lasten auf der Bilanz.

Strukturreform abgeschlossen

Im Mai schloss Carnival eine strukturelle Neuordnung ab. Die bisherige Doppelstruktur aus Carnival Corporation und Carnival plc wurde unter einer einzigen Gesellschaft zusammengeführt: Carnival Corporation Ltd., mit Bermuda als neuem Sitz statt Panama. Die Notierungen von Carnival plc an der Londoner Börse und der NYSE entfielen. Das Unternehmen plant außerdem, seine Wertpapiere in den USA zu deregistrieren.

Der Konzern verspricht sich davon einen einzigen globalen Aktienkurs, vereinfachte Governance und niedrigere Verwaltungskosten.

Technisch liegt die Aktie mit 22,49 Euro knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt von 22,39 Euro — der RSI von 75 signalisiert allerdings überkaufte Bedingungen nach der jüngsten Erholung. Ob die starken Buchungsdaten den Kostendruck dauerhaft überwiegen, zeigt sich spätestens mit der Guidance für das zweite Quartal.

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