Die Eskalation im Nahen Osten trifft die gesamte Reisebranche. Die US-Regierung erklärte den Waffenstillstand mit dem Iran für hinfällig – die Energiemärkte reagierten sofort. Der Ölpreis zog deutlich an, die Aktien von Tourismuskonzernen gerieten unter Druck.

Carnival-Aktionäre bekamen das zu spüren. Der Kurs fiel in der vergangenen Woche um 8,13 Prozent. Auf 30-Tage-Sicht beträgt das Minus 7,54 Prozent. Der Schlusskurs am Mittwoch: 25,64 US-Dollar. Der RSI liegt bei 38,3 – das deutet auf anhaltenden Abwärtsdruck hin.

Die Sorge der Investoren: steigende Treibstoffkosten und eine schwächere Nachfrage.

Analysten warnen vor Kostenrisiko

Die BMO Capital Markets nimmt die Branche unter die Lupe. In einem aktuellen Report stuft sie Carnival mit „Market Perform“ ein. Die Begründung: wirtschaftlicher Druck in Europa und eine zurückhaltende Konsumlaune. Besonders problematisch: Carnival hedgt seine Treibstoffpreise nicht. Steigende Ölpreise treffen das Unternehmen damit direkt.

Der Deutsche Reiseverband (DRV) trübt die Aussichten weiter. Für die Sommersaison 2026 rechnet er nur mit moderatem Umsatzwachstum. Die hohen Preise drücken auf die Reiselust. Urlauber buchen kurzfristiger – Planungssicherheit fehlt.

Celebration Key: Kapazität verdoppelt

Trotz der schwierigen Lage treibt Carnival seine Infrastrukturprojekte voran. Auf Grand Bahama schloss das Unternehmen die Pier-Erweiterung auf Celebration Key vorzeitig ab. Die Kapazität an dem Standort hat sich damit verdoppelt.

Das ist ein positives Signal. Aber es wiegt die geopolitischen Risiken nicht auf. Die Volatilität der Aktie bleibt hoch – annualisiert bei über 50 Prozent. Für Anleger heißt das: Der Nahostkonflikt bestimmt weiter die Richtung. Entspannt sich die Lage, könnten sich die Kostenaussichten schnell verbessern. Eskaliert sie, steigt der Druck auf Carnival.