Die Rohstoffmärkte beruhigen sich – und ein chinesischer Wolfram-Produzent nutzt die Chance für einen massiven Ausbau. China Tungsten and HighTech Materials investiert 1,83 Milliarden Yuan in eine neue Fertigung für High-End-Mikrowerkzeuge. Parallel dazu zeigen die Wolfram-Preise erste Stabilisierungstendenzen.
Die Aktie reagiert mit einem Kurssprung. Am Donnerstag notiert sie bei 70,11 Yuan – ein Plus von 8,14 Prozent zum Vortag. Gemessen am 52-Wochen-Tief von 46,17 Yuan steht ein Gewinn von 51,85 Prozent. Der RSI liegt bei 21,3, die annualisierte Volatilität bei 78 Prozent. Kein Wert für risikoaverse Anleger.
Rohstoffpreise finden einen Boden
Nach einem heftigen Preisverfall zeichnet sich eine Stabilisierung ab. Konzentrat mit 65 Prozent Wolframit-Gehalt notiert zuletzt bei 400.500 Yuan pro Tonne. Das sind 60 Prozent weniger als im März. Großabnehmer mit langfristigen Verträgen stützen den Markt.
Die Vorprodukte holen auf. Wolfram-Pulver bewegt sich in Richtung 1.000 Yuan pro Kilogramm. Marktteilnehmer berichten von zögerlichen Geschäften, aber einer sich schließenden Preisschere. Das könnte in den nächsten Wochen Nachfrage freisetzen.
Milliarden-Expansion in der Präzisionsfertigung
Die Tochter Jinzhou Company baut eine Anlage für hochpräzise Mikrowerkzeuge. Geplant ist eine Jahreskapazität von 1,5 Milliarden Einheiten. Zielmärkte: Halbleiterfertigung, IT-Verarbeitung, Luft- und Raumfahrt.
Der Schritt passt zur Unternehmensstrategie. China Tungsten will die Wertschöpfungskette nach oben klettern. Die riesigen Minenreserven – inklusive der Shizhuyuan-Mine und der Übernahme von 99,97 Prozent an Hengyang Yuanjing – liefern die Rohstoffbasis. Die Aktionärin Lane Anderson Zhang äußerte sich zuletzt positiv zur Optimierung der Kapitalrendite. Die 154.500 Tonnen nachgewiesene Reserven schaffen Planungssicherheit.
Geopolitische Story bleibt intakt
Wolfram ist kein normaler Rohstoff. China kontrolliert 80 bis 85 Prozent der globalen Produktion. Das macht das Metall zu einem strategischen Druckmittel. Verteidigungsausgaben und der AI-Infrastruktur-Boom stützen die Nachfrage strukturell.
Die Spannung bleibt. Exportkontrollen und Lagerbestände bestimmen bis 2027 den Markt. Westliche Projekte für alternative Minen brauchen Jahre und hohe Investitionen. Unternehmen wie China Tungsten sitzen an der Quelle – und nutzen die Zeit, um sich in der Fertigungskette breiter aufzustellen. Ob die Bewertung das bereits einpreist, bleibt die zentrale Frage für Anleger.
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