Der Netzwerkausrüster Ciena stellt sich personell an der Führungsspitze neu auf. Das Unternehmen ernannte Monika Fahlbusch mit sofortiger Wirkung zur Executive Vice President und Chief People Officer. In dieser Funktion berichtet sie direkt an CEO Gary Smith und übernimmt die Leitung der weltweiten Personal- und Kulturorganisation.

Fahlbusch verfügt über mehr als 30 Jahre internationale Führungserfahrung und war vor ihrem Wechsel zu Ciena unter anderem als Chief People Officer beim Spieleentwickler Epic Games tätig sowie in leitenden Positionen bei Salesforce.com, BMC Software und PeopleSoft aktiv.

Die personelle Neubesetzung fällt in eine Phase massiver Umbrüche und hoher Nachfrage in der optischen Netzwerkbranche. Nach einer dynamischen Kursentwicklung der gesamten Sparte in den vergangenen Tagen notiert die Aktie von Ciena im heutigen Handel bei 372,80 Euro, was einem Tagesrückgang von 7,2 Prozent entspricht. Trotz dieser jüngsten Konsolidierung verzeichnet das Papier seit Jahresanfang ein deutliches Plus von 84 Prozent.

Enorme Nachfrage nach optischen Verbindungen

Hinter der Bewegung im gesamten Sektor steht der weltweite Ausbau von Rechenzentren für künstliche Intelligenz. Marktteilnehmer blicken verstärkt auf die Lieferketten für Hochgeschwindigkeits-Netzwerktechnik.

So vermeldete der Branchenkollege Lumentum kürzlich, dass seine optischen Kapazitäten bis Anfang 2029 ausverkauft seien und die Nachfrage nach bestimmten Produkten das Angebot bis ins nächste Jahr hinein um rund 70 Prozent übersteige.

Parallel dazu prognostizierte der Chiphersteller Marvell für den Markt für optische Hochgeschwindigkeitsverbindungen bis 2030 ein Volumen von 65 Milliarden US-Dollar.

Diese Entwicklung spiegelt sich in den operativen Zahlen von Ciena wider. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 kletterte der Konzernumsatz um 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 1,67 Milliarden US-Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie erreichte 2,11 US-Dollar.

Besonders kräftig wuchs das Geschäft mit Cloud-Anbietern: Die direkten Erlöse mit diesen Großkunden legten um mehr als 80 Prozent zu und machen mittlerweile rund die Hälfte der Gesamterlöse aus. Im Bereich Interconnect verdoppelte sich der Umsatz im Vorjahresvergleich mehr als.

Hoher Auftragsbestand trifft auf Engpässe

Um den wachsenden Datenhunger moderner KI-Rechenzentren zu bewältigen, setzen Netzbetreiber auf neue Hardwaregenerationen. Bei Ciena verdoppelte sich das Auslieferungsvolumen der 800ZR-Module im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal. Gleichzeitig setzt das Unternehmen auf das Modem WaveLogic 6 Extreme mit Übertragungsraten von 1,6 Terabit pro Sekunde.

Die Kehrseite der boomenden Nachfrage liegt in der angespannten Materialversorgung. Ciena rechnet mit anhaltenden Engpässen bis ins Jahr 2028 und hat zur Absicherung der Fertigung Liefervereinbarungen für Komponenten bis 2029 geschlossen.

Das Polster an künftigen Aufträgen ist beträchtlich: Nach einem Auftragsbestand von 8,5 Milliarden US-Dollar im dritten Quartal rechnet das Management bis zum Ende des Geschäftsjahres mit mehr als 10 Milliarden US-Dollar an Bestellungen.