Cisco baut seine Präsenz im Bereich der künstlichen Intelligenz gezielt aus. Am Dienstag haben Bell Canada und der US-Konzern eine Absichtserklärung über eine strategische Zusammenarbeit unterzeichnet. Geplant ist der gemeinsame Aufbau einer souveränen KI-Infrastruktur in Kanada.

Das Projekt soll die Rechenzentren und Netzkapazitäten von Bell mit den Technologien von Cisco zusammenführen. Dabei prüfen die Partner unter anderem den Einsatz modularer Cisco AI PODs für die künftige Infrastruktur.

Die Zusammenarbeit zielt auf Unternehmen und Institutionen ab, die sensible Daten im eigenen Land verarbeiten wollen. Für Cisco bietet die Kooperation die Möglichkeit, spezialisierte Hard- und Software für moderne Rechenzentren direkt bei großen Telekommunikationsanbietern zu platzieren. Die Cisco-Aktie legte heute um 1,1 Prozent zu und notierte bei 96,12 Euro.

Zurückhaltende Stimmen am Markt

Am Aktienmarkt trifft die Wachstumsstrategie auf ein vorsichtiges Umfeld. Gestern nahm das Analysehaus Bernstein die Beobachtung der Aktie mit der Einstufung „Market Perform“ und einem Kursziel von 110 $ auf.

Am 22. September hatte bereits Piper Sandler das Kursziel auf 125 $ reduziert und die Einstufung auf „Neutral“ belassen. Analyst James Fish verwies Medienberichten zufolge auf niedrigere Bewertungsmultiplikatoren im Sektor, da sich das Branchenwachstum verlangsamen könnte.

Trotz dieser Bedenken kann der Netzwerkkonzern auf eine deutliche Erholung an der Börse verweisen. Seit Jahresanfang liegt der Kurs mit 46 Prozent im Plus. Während die Marktteilnehmer neue Impulse aus dem KI-Infrastrukturgeschäft honorieren, bleibt der Blick auf die allgemeine Investitionsbereitschaft der Unternehmenskunden von Vorsicht geprägt.

Sicherheitslücke im SD-WAN-Manager erfordert Update

Neben den Infrastrukturprojekten verzeichnete Cisco gestern eine kritische Sicherheitsmeldung. Das Unternehmen machte eine Schwachstelle im Catalyst SD-WAN Manager öffentlich, die unter der Kennung CVE-2026-76504 geführt wird. Der Fehler erhielt die Einstufung CVSS 9,8 und ermöglichte unberechtigten Angreifern aus der Ferne, über Schnittstellen Administratorrechte zu erlangen.

Cisco bestätigte, dass die Schwachstelle bereits aktiv ausgenutzt wurde, und stellte entsprechende Software-Fehlerbehebungen bereit. Da für das Problem keine alternativen Übergangslösungen existieren, riet der Konzern zur sofortigen Installation der Aktualisierungen. Vor rund zwei Wochen hatte Cisco bereits Sicherheitslücken in seiner Identity Services Engine schließen müssen.