Starke Zahlen, harte Umsteuerung: Cisco Systems verschiebt sein Profil sichtbar in Richtung KI-Infrastruktur. Der Netzwerkkonzern liefert ein Rekordquartal, hebt die Erwartungen für KI-Aufträge an und streicht parallel Tausende Stellen. Der Markt liest das nicht als Schwäche, sondern als beschleunigten Umbau.
KI-Aufträge verändern die Story
Im abgelaufenen Quartal erzielte Cisco einen Umsatz von 15,84 Milliarden Dollar, ein Plus von 12 Prozent zum Vorjahr. Damit lag der Konzern über den Analystenschätzungen von 15,56 Milliarden Dollar.
Wichtiger als die reine Umsatzüberraschung ist die Qualität des Wachstums. Cisco profitiert davon, dass Cloud-Anbieter und Rechenzentrumsbetreiber ihre Netze für KI-Anwendungen aufrüsten. Genau dort will der Konzern wieder stärker wahrgenommen werden.
Der GAAP-Gewinn lag bei 3,37 Milliarden Dollar. Bereinigt verdiente Cisco 1,06 Dollar je Aktie und übertraf damit die Konsenserwartung von 1,04 Dollar knapp.
CEO Chuck Robbins verwies auf einen deutlichen Sprung bei den Bestellungen. Die Produktaufträge legten um 35 Prozent zu, die Netzwerkaufträge sogar um mehr als 50 Prozent.
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Auch die KI-Pipeline wächst schneller als bislang erwartet. Cisco hob die Zielgröße für KI-Infrastrukturaufträge auf 9 Milliarden Dollar an, nachdem zuvor 5 Milliarden Dollar im Raum standen.
Umbau trifft auf Wachstum
Der operative Schwenk hat einen Preis. Cisco plant den Abbau von knapp 4.000 Stellen, was weniger als 5 Prozent der weltweiten Belegschaft entspricht. Die Restrukturierungskosten können bis zu 1 Milliarde Dollar erreichen.
Finanzchef Mark Patterson stellt den Schritt als schnelle Umverteilung von Ressourcen dar, nicht als klassischen Sparkurs. Rund 450 Millionen Dollar der Belastungen sollen im laufenden Quartal anfallen, der Rest im Geschäftsjahr 2027.
Das Geld soll in Bereiche fließen, die Cisco als Wachstumsfelder der nächsten Jahre sieht: KI-integrierte Sicherheit, spezialisierte Chips und optische Technologien für Rechenzentren. Das ist der Kern der neuen Investmentstory.
Aktie erreicht neues Hoch
Am Freitag schloss die Aktie bei 101,64 Euro auf dem höchsten Niveau des Jahres. Auf Wochensicht steht ein Plus von 24,06 Prozent; das war die stärkste Wochenperformance seit fast 25 Jahren.
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Der Kursanstieg ist damit nicht nur eine Reaktion auf ein gutes Quartal. Er zeigt, wie stark sich die Erwartungen an Cisco verschoben haben. Aus einem etablierten Netzwerkausrüster wird an der Börse wieder ein KI-Infrastrukturwert.
Seit Jahresanfang liegt die Aktie 56,61 Prozent im Plus, auf Sicht von zwölf Monaten sogar 76,77 Prozent. Der Abstand zur langfristigen Durchschnittslinie beträgt inzwischen rund 55 Prozent.
HSBC zog nach und hob die Einstufung von „Hold“ auf „Buy“. Das Kursziel sprang von 77 auf 137 Dollar, begründet mit dem Beginn eines möglichen Netzwerk-Superzyklus durch große Cloud-Kunden.
Ausblick bleibt ambitioniert
Für das laufende Schlussquartal peilt Cisco einen Umsatz zwischen 16,7 und 16,9 Milliarden Dollar an. Beim bereinigten Gewinn je Aktie liegt die erwartete Spanne zwischen 1,16 und 1,18 Dollar.
Auch für das Gesamtjahr wird der Konzern optimistischer. Die Umsatzprognose wurde auf knapp 63 Milliarden Dollar angehoben, nachdem zuvor eine niedrigere Bandbreite gegolten hatte.
Die geplante Quartalsdividende liegt bei 0,42 Dollar je Aktie; als Auszahlungstermin ist der 22. Juli 2026 vorgesehen. Für die Aktie zählt nun vor allem, ob die hohen KI-Aufträge in den nächsten Quartalen in belastbares Umsatzwachstum übergehen.
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