Nach Wochen voller Volatilität meldet sich der Photonik-Spezialist Coherent eindrucksvoll zurück. Die Sorgen vor einer KI-Flaute verfliegen, während Cloud-Riesen ihre Investitionen massiv hochfahren. Plötzlich stehen optische Netzwerke wieder ganz oben auf der Einkaufsliste.

Cloud-Boom treibt Nachfrage

Der Kurssprung auf 252,80 Euro markiert eine scharfe Trendwende. Zuvor belastete branchenweiter Verkaufsdruck die gesamte Halbleiter-Sparte. Optimistische Ausblicke von Cloud-Größen wie Microsoft drehen die Stimmung nun komplett. Anleger greifen bei einem Plus von 10,39 Prozent wieder beherzt zu.

Die massiven Ausgaben für KI-Infrastruktur scheinen gesichert. Für Coherent bedeutet das volle Auftragsbücher bei der Hochgeschwindigkeits-Datenübertragung. Trotz der Erholung bleibt die Bewertung moderat. Der Relative-Stärke-Index liegt mit 47,0 noch weit entfernt von einer Überhitzung.

Fabrik-Umbau sichert Kostenvorteil

In Sherman, Texas, stellt das Unternehmen gerade die Produktion um. Künftig nutzt das Werk größere Wafer aus Indiumphosphid. Das vervierfacht die Kapazität und senkt die Kosten pro Chip drastisch. Dieser Schritt verschafft Coherent einen strukturellen Vorteil gegenüber der Konkurrenz.

Parallel dazu nimmt die Produktion modernster Transceiver Fahrt auf. Ein Pakt mit NVIDIA über zwei Milliarden Euro sichert die Expansionspläne ab. Die Sichtbarkeit bei strategischen Aufträgen reicht teilweise bis in das Jahr 2028.

Zahlen-Countdown im August

Später im August präsentiert Coherent die Ergebnisse für das abgelaufene Geschäftsjahr. Die Erwartungen sind nach einem starken Vorquartal hoch. Der Vorstand peilt beim Umsatz eine Spanne zwischen 1,91 und 2,05 Milliarden Dollar an.

Beim bereinigten Gewinn je Aktie kalkuliert das Management mit Werten zwischen 1,52 und 1,72 Dollar. Im Fokus steht dabei die Profitabilität. Langfristig soll die Bruttomarge über 42 Prozent steigen. Neue Details zur Strategie unter CEO Jim Anderson könnten die Richtung für das Jahr 2027 vorgeben.