Die Krypto-Börse Coinbase will tiefer in das traditionelle Finanzsystem vordringen und hat dafür eine erste regulatorische Hürde genommen. Die vorläufige Genehmigung als nationale Treuhandbank durch die US-Aufsichtsbehörde OCC ruft nun allerdings die etablierten Geldhäuser auf den Plan. Führende Bankenverbände wehren sich vehement gegen den Vorstoß und warnen vor ungleichen Wettbewerbsbedingungen.
Der Streit um die Treuhandlizenz
Kürzlich erteilte das Office of the Comptroller of the Currency (OCC) die bedingte Erlaubnis zur Gründung der „Coinbase National Trust Company“. Dieser Schritt würde es dem Unternehmen ermöglichen, Zahlungs- und Verwahrprodukte unter direkter bundesstaatlicher Aufsicht anzubieten. Damit entfiele der mühsame Weg über die einzelnen Regulierungsbehörden der US-Bundesstaaten. Das Management stellte dabei klar, dass Coinbase keine klassische Geschäftsbank wird, keine Privatkundeneinlagen annimmt und keine Mindestreserven hält.
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Die Independent Community Bankers of America (ICBA) bewertet das Vorhaben gänzlich anders. Der Verband, der Tausende von US-Gemeindebanken vertritt, bezeichnete die Zulassung als schweren Fehler. Die Kritik richtet sich vor allem gegen angebliche Mängel bei den Risikokontrollen und offene Fragen zur Abwicklung im Falle einer Insolvenz. Gemeinsam mit der American Bankers Association (ABA) fordern die Kritiker einen sofortigen Stopp aller ausstehenden Anträge von Krypto-Unternehmen, da diese Zugang zum Bundesbankensystem erhielten, ohne die gleichen Pflichten gegenüber der Öffentlichkeit erfüllen zu müssen.
Analysten uneins über weiteres Potenzial
Abseits des regulatorischen Tauziehens zeigt sich die Aktie am Mittwoch deutlich erholt und klettert um 7,88 Prozent auf 157,18 Euro. Rückenwind liefert dabei eine Entspannung bei makroökonomischen Faktoren sowie ein festerer Bitcoin-Kurs. Ein Blick auf die Jahresperformance offenbart jedoch die fundamentalen Herausforderungen: Seit Januar hat das Papier rund 22 Prozent an Wert verloren. Schwache Handelsvolumina und ein enttäuschender Ausblick für das erste Quartal, der deutlich unter den Erwartungen der Wall Street lag, belasten die Gewinnschätzungen für die kommenden Jahre.
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Diese Unsicherheit spiegelt sich auch in den stark divergierenden Einschätzungen der Analysten wider:
- Barclays: Senkte das Kursziel von 258 auf 148 US-Dollar (Rating: „Equal Weight“) aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Profitabilität und hoher Betriebskosten.
- Bernstein: Reduzierte das Ziel von 440 auf 330 US-Dollar, bleibt aber bei „Outperform“ und verweist auf Wachstumschancen durch Stablecoins und Derivate.
Die bedingte OCC-Zusage markiert für Coinbase einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einer bundesweiten Regulierung. Der massive Widerstand der Bankenlobby zeigt jedoch, dass die endgültige Erteilung der Treuhandlizenz an strenge politische und regulatorische Auseinandersetzungen geknüpft sein wird.
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