Coinbase und der Zahlungsdienstleister Marqeta bauen ihre sechsjährige Zusammenarbeit aus. Künftig sollen Unternehmen Zahlungskarten anbieten können, die direkt aus den Stablecoin-Beständen ihrer Kunden gespeist werden. Die Ankündigung kam am Freitag.
Wer was übernimmt
Die Aufgabenteilung ist klar. Coinbase verwahrt die Stablecoins und wickelt die Umtausche zwischen digitalem und klassischem Geld ab. Marqeta kümmert sich um die Kartenausgabe und die Zahlungsabwicklung. Für die Abrechnung auf der Blockchain sorgt Coinbases eigenes Netzwerk Base.
Das Angebot richtet sich an Marqetas Geschäftskunden, darunter Krypto-Firmen ebenso wie klassische Unternehmen. Karteninhaber könnten ihre Stablecoins bei Millionen von Händlern ausgeben, die Kartenzahlungen akzeptieren. Unternehmen sollen ihre Kartenprogramme rund um die Uhr finanzieren können.
Alec Lovett, Leiter der Infrastruktursparte bei Coinbase, verspricht Zahlungen in Echtzeit auf globaler Ebene. Coinbase bringe dafür seine Stablecoin-Schienen ein, Marqeta die Emissions- und Abwicklungstechnik.
Die Partner kennen sich gut. Marqeta betreibt seit Oktober 2020 die US-Debitkarte von Coinbase, mit der Kunden Kryptowährungen wie USDC ausgeben und Krypto-Prämien verdienen können. Neu ist, dass Coinbase nun selbst als Infrastrukturanbieter für Dritte auftritt.
Zu Gebühren, Starttermin und den zunächst unterstützten Stablecoins machten die Unternehmen keine Angaben. Gerade die Konditionen dürften darüber entscheiden, wie attraktiv das Modell für Händler und Nutzer wird.
Quantenrisiko als Nebenschauplatz
Parallel dazu beschäftigt Coinbase ein anderes Thema. Zu Wochenbeginn veröffentlichte die Börse technische Prioritäten für den Übergang von Bitcoin zu quantensicherer Kryptografie. Sie mahnte die Community, früh mit den Vorbereitungen zu beginnen, weil der Prozess komplex sei und mehrere Jahre dauern werde.
Neuen Zündstoff liefert Google. Der Konzern zeigte auf seinem Willow-Chip, dass ein Verfahren namens „Magic State Cultivation“ funktioniert. Es senkt den Aufwand für fehlerkorrigierte Quantenzustände deutlich, die Fehlerrate sank um das 40-Fache. Größere Demonstrationen stehen laut Google noch aus.
Die Einschätzungen zu den Folgen gehen auseinander. Nic Carter von Castle Island Ventures sieht keine unmittelbare Gefahr, aber einen weiteren Beleg dafür, dass KI den Fortschritt beschleunigt. Alex Pruden, Chef von Project Eleven, meint dagegen, der Zeitplan für den „Q-Day“ verschiebe sich nicht, weil die Technik in früheren Schätzungen bereits eingepreist war.
Für Coinbase sind beide Themen relevant: Das Kartengeschäft erweitert die Rolle als Zahlungsinfrastruktur, die Quantendebatte zeigt, wie früh die Börse sich bei Sicherheitsfragen positionieren will. Konkrete Zahlen zum Umsatzbeitrag der neuen Karten liegen noch nicht vor.
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