UniCredit dreht den Druck im Übernahmepoker ein Stück weiter auf. Eine neue WpÜG-Mitteilung vom 26. Mai 2026 zeigt: Knapp zwölf Millionen Commerzbank-Aktien wurden bis dato gültig angedient — rund 1,06 % des Grundkapitals.
Sprung in einer Woche
Der eigentlich bemerkenswerte Datenpunkt ist der Vergleich zur Vorwoche. Am 19. Mai hatte UniCredit erst 235.286 angediente Aktien gemeldet, entsprechend 0,02 % des Grundkapitals. Seither kamen mehr als 11,7 Millionen Papiere hinzu — die Zahl der Andienungen liegt rund 51-mal höher als beim ersten Zwischenstand.
Trotzdem bleibt die Gesamtquote gemessen am Aktienkapital niedrig. Die breite Mehrheit der Commerzbank-Aktionäre hat das Angebot bislang nicht angenommen.
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UniCreditss direkte Position und Finanzinstrumente
Neben den angedienten Aktien hält UniCredit weiterhin rund 301,9 Millionen Commerzbank-Aktien direkt — entsprechend 26,77 % des Grundkapitals. Hinzu kommen Finanzinstrumente: Total-Return-Swaps über rund 36,3 Millionen Stimmrechte (3,22 %) sowie weitere Instrumente mit Bezug auf rund 120,6 Millionen Stimmrechte (10,70 %).
Das Umtauschangebot selbst sieht 0,485 neue UniCredit-Aktien je eingereichter Commerzbank-Aktie vor. Die Annahmefrist läuft bis zum 16. Juni 2026, sofern sie nicht verlängert wird.
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Management lehnt ab — mit klarer Begründung
Vorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank empfehlen ihren Aktionären, das Angebot nicht anzunehmen. In der begründeten Stellungnahme vom 18. Mai 2026 heißt es, das Angebot biete keine angemessene Prämie und spiegele den fundamentalen Wert des Instituts nicht wider. Obendrein stuft das Frankfurter Institut den Integrationsplan als vage ein: UniCredit unterschätze Ertragsverluste, überschätze Synergien und kalkuliere mit einer unrealistischen Umsetzungsdauer.
Die Commerzbank-Aktie notiert aktuell bei 36,60 Euro — rund 8,9 % über ihrem 200-Tage-Durchschnitt, aber noch gut drei Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 37,75 Euro.
Tägliche Meldungen in der Schlussphase
Ab der letzten Annahmewoche vor dem 16. Juni muss UniCredit täglich neue Annahmestandsmitteilungen veröffentlichen. Das macht die kommenden Quoten zum entscheidenden Gradmesser: Bleibt die Dynamik schwach, wächst der Druck auf UniCredit, die Konditionen nachzubessern oder das Angebot scheitern zu lassen. Zieht die Andienungsquote dagegen spürbar an, gerät die Abwehrlinie des Commerzbank-Managements ins Wanken.
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