Das UniCredit-Übernahmeangebot für die Commerzbank ist rechnerisch überholt. Der Kurs des Frankfurter Instituts handelt inzwischen deutlich über dem, was die Mailänder bieten — und das Management nutzt diesen Vorteil offensiv.
Angebot liegt weit unter Börsenkurs
UniCredit hatte am 5. Mai ein Tauschangebot vorgelegt: 0,485 UniCredit-Aktien je Commerzbank-Papier. Auf Basis des damaligen UniCredit-Kurses ergibt das einen impliziten Wert von rund 31 Euro je Aktie. Die Commerzbank notiert aktuell bei 37,44 Euro — ein Aufschlag von fast 19 Prozent gegenüber der Offerte. Wer verkaufen will, erzielt an der Börse schlicht mehr.
Der Kurs hat in den vergangenen 30 Tagen fast 19 Prozent zugelegt. Mit einem Abstand von über elf Prozent zum 200-Tage-Durchschnitt zeigt die Aktie relative Stärke im europäischen Bankensektor. Marktbeobachter werten die Kursentwicklung als klares Signal: Der Markt erwartet eine Nachbesserung von UniCredit-Chef Andrea Orcel.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Commerzbank?
Orlopp greift verbal an
Vorstandschefin Bettina Orlopp nutzte einen Auftritt auf der OMR-Konferenz in Hamburg für eine direkte Botschaft. Das Angebot enthalte keinerlei Kontrollprämie, sagte sie. Wer Aktionäre bitte, die Kontrolle über ein Institut aufzugeben, müsse dafür einen angemessenen Preis zahlen. Das Geschäftsmodell der Commerzbank sei von der Gegenseite offenbar noch nicht vollständig durchdrungen worden.
Die Strategie ist klar: Eigenständigkeit nicht um jeden Preis verteidigen, sondern über überlegene Performance und einen zu niedrigen Angebotspreis argumentieren.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Commerzbank?
Freitag wird zum Testfall
Am Freitag, den 8. Mai, legt die Commerzbank vor Handelsbeginn ihre Zahlen für das erste Quartal vor. Analysten erwarten im Konsens ein Ergebnis je Aktie von 0,75 Euro. Entscheidender dürfte jedoch das erwartete Strategie-Update sein.
Orlopp soll neue Finanzziele bis 2030 präsentieren — ambitionierter als bisher geplant. Das Ziel: den eigenständigen Wert der Bank so überzeugend darzustellen, dass UniCredit sein Angebot massiv erhöhen muss, um Aktionäre und Aufsichtsbehörden zu überzeugen. Die aktuelle Kursstärke liefert dem Management dafür die nötige Rückendeckung.
Commerzbank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Commerzbank-Analyse vom 7. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Commerzbank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Commerzbank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 7. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Commerzbank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

