Commerzbank Aktie: 0,02 Prozent Angebots-Zuspruch

Niedrige Annahmequote beim UniCredit-Angebot und starke Quartalszahlen stützen die Commerzbank-Abwehrstrategie.

Commerzbank Aktie
Kurz & knapp:
  • Nur 0,02 Prozent der Aktien angedient
  • Angebotswert liegt unter Börsenkurs
  • Commerzbank peilt 3,4 Milliarden Nettogewinn an
  • Bundeskanzler lehnt UniCredit-Offerte ab

Die Commerzbank geht in eine Woche, in der zwei Themen zusammenlaufen: Geld fließt an die Aktionäre, während UniCredit weiter um Zustimmung wirbt. Der Dividendenabschlag ist abgehakt. Jetzt rückt die Annahmequote des Übernahmeangebots in den Mittelpunkt.

Zum Freitagsschluss stand die Aktie bei 36,16 Euro, ein Plus von 0,14 Prozent. Im Monatsvergleich liegt der Titel 3,85 Prozent vorn. Technisch wirkt die Lage angespannt: Der RSI beträgt 80,6.

Dividende kommt, Angebot bleibt schwach

Die Hauptversammlung hat am 20. Mai die Dividende von 1,10 Euro je Aktie gebilligt. Die Auszahlung folgt am 26. Mai. Der Kursrücksetzer rund um den Ex-Tag passt ins Bild, weil die Aktie seitdem ohne Dividendenanspruch gehandelt wird.

Wichtiger als der Dividendeneingang ist nun der Stand im Übernahmeprozess. UniCredit hatte die Angebotsunterlage am 5. Mai veröffentlicht, damit läuft die offizielle Annahmefrist. Die erweiterte Annahmefrist endet voraussichtlich am 3. Juli.

Die erste Wasserstandsmeldung spricht eine klare Sprache. Bis zum 19. Mai wurden erst 0,02 Prozent der Commerzbank-Aktien angedient. UniCredit muss während der Frist wöchentlich über die Annahmequote informieren, in der letzten Woche sogar täglich.

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Der Markt sieht mehr Wert

Der geringe Zuspruch hat einen einfachen Grund: Der rechnerische Angebotswert lag zuletzt unter dem Börsenkurs. Am letzten Handelstag vor der begründeten Stellungnahme standen 34,56 Euro Angebotswert einem Schlusskurs von 36,48 Euro gegenüber.

Unabhängige Analysten setzen den Zielkurs im Median bei rund 41,50 Euro an. Das stärkt die Argumentation von Vorstand und Aufsichtsrat, die Offerte nicht anzunehmen. Beide Gremien kritisieren fehlende Prämie und einen aus ihrer Sicht nicht überzeugend dargelegten strategischen Plan für einen Zusammenschluss.

Die Gegenposition der Commerzbank lautet: Eigenständigkeit schafft mehr Wert. Das Management verweist dabei auf die Strategie „Momentum 2030“ und auf die jüngsten operativen Zahlen.

Quartalszahlen stützen die Abwehrlinie

Im ersten Quartal erzielte die Bank ein operatives Ergebnis von rund 1,4 Milliarden Euro. Das war ein Plus von elf Prozent. Unter dem Strich stand ein Nettoergebnis von 913 Millionen Euro.

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Für das Gesamtjahr peilt der Vorstand inzwischen mindestens 3,4 Milliarden Euro Nettogewinn an. Zuvor lag die Zielmarke niedriger. Bis Ende des Jahrzehnts soll der Nettogewinn auf 5,9 Milliarden Euro steigen.

Ein Hebel dafür ist Technologie. Zwischen 2026 und 2030 will die Bank rund 600 Millionen Euro in Künstliche Intelligenz investieren. Prozesse sollen schneller werden, Kostenstrukturen schlanker.

Der Umbau hat allerdings eine harte Seite. Konzernweit sollen weitere 3.000 Vollzeitstellen wegfallen. Das kommt zusätzlich zu den 3.900 Stellen, deren Abbau bereits früher angekündigt wurde.

Berlin bremst UniCredit

Politisch hat die Commerzbank Rückendeckung. Der Bund hält noch gut zwölf Prozent an der Bank. Bundeskanzler Friedrich Merz bezeichnete das Vorgehen von UniCredit als „feindlich und aggressiv“ und lehnte es „entschieden ab“.

Für UniCredit bleibt der Prozess langwierig. Der Abschluss des Angebots wird nach Aussage der Italiener erst im Jahr 2027 erwartet, weil mehrere regulatorische Genehmigungen nötig sind. Kurzfristig zählt damit vor allem die nächste Wasserstandsmeldung: Bleibt die Annahmequote niedrig, steigt der Druck auf UniCredit, das Angebot zu verbessern — auch wenn Insiderberichte derzeit nicht auf eine Nachbesserung hindeuten.

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