1,10 Euro je Aktie — die Commerzbank schüttet so viel aus wie nie zuvor. Doch die frohe Botschaft für Aktionäre hat einen Schatten: Italiens Großbank UniCredit liegt weiter auf Lauerstellung. Der Tag der Ausschüttung ist der 26. Mai. Wer die Aktie vor dem 21. Mai hielt, bekommt das Geld.
Großzügige Ausschüttung
99,88 Prozent der Aktionäre stimmten auf der Hauptversammlung in Wiesbaden dem Dividendenvorschlag zu. Das Paket wiegt rund 1,2 Milliarden Euro. Die Erhöhung von 0,65 auf 1,10 Euro entspricht einer Steigerung um knapp 70 Prozent.
Doch damit nicht genug. Zwei abgeschlossene Aktienrückkäufe mit einem Volumen von rund 1,5 Milliarden Euro kommen hinzu. Insgesamt gibt die Bank 2,7 Milliarden Euro an ihre Aktionäre zurück — das entspricht dem gesamten Nettoergebnis vor Restrukturierungskosten.
Die Hauptversammlung genehmigte zudem neue Ermächtigungen für weitere Rückkäufe. Bis zu zehn Prozent des Grundkapitals darf das Institut jetzt über die Börse erwerben. Der Plan: die Kapitalrückgabe in den kommenden Jahren kontinuierlich steigern.
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Skandal auf der HV
Die Versammlung hatte auch einen brisanten Nebenpunkt. Ex-Chef Manfred Knof wurde eine 30-prozentige Kürzung seiner variablen Vergütung für 2024 verordnet. Grund: ein geheim gehaltenes Treffen mit UniCredit-Chef Andrea Orcel im September 2024.
Aufsichtsratschef Jens Weidmann bestätigte: „Das Gutachten hat eine Pflichtverletzung von Herrn Dr. Knof bejaht.“ Der frühere Vorstandschef hatte den Aufsichtsrat nicht über das Treffen informiert.
Die Hauptversammlung stellte sich gleichzeitig geschlossen hinter die „Momentum 2030″-Strategie und den eigenständigen Kurs der Commerzbank.
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Der Übernahmepoker läuft
Die Aktie notierte am Freitag bei 36,16 Euro — ein Mini-Plus von 0,14 Prozent. Das Papier liegt damit 36 Prozent über dem Niveau von vor zwölf Monaten. Der RSI von 80,6 deutet auf eine überkaufte Lage.
Das UniCredit-Angebot bewertet die Bank rechnerisch mit 34,56 Euro je Aktie — ein deutlicher Abschlag zum Schlusskurs. Vorstand und Aufsichtsrat raten Aktionären weiterhin ab.
Die erweiterte Annahmefrist läuft voraussichtlich bis zum 3. Juli 2026. Der endgültige Abschluss des Übernahmeangebots wird allerdings erst 2027 erwartet. UniCredit muss unabhängig vom Ausgang verschiedene regulatorische Genehmigungen einholen.
Ausblick
Am 26. Mai fließt die Dividende. Danach richten sich alle Blicke auf den 3. Juli. Ob die Aktionäre mehrheitlich bei der Commerzbank bleiben oder das UniCredit-Angebot annehmen, entscheidet über die Zukunft der Bank. Bis dahin bleibt die Übernahmeschlacht der bestimmende Kurstreiber.
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