Die Commerzbank widerspricht UniCredit-Chef Andrea Orcel öffentlich und mit Zahlen. Orcel hatte behauptet, fast alle aktiven Großinvestoren hätten ihre Anteile bereits verkauft. Die Frankfurter sehen das anders.
Institutionelle Anleger halten die Treue
Laut Commerzbank wurden bisher insgesamt 12,51 % der Aktien im Rahmen des Tauschangebots angedient. Die Aufschlüsselung zeigt: Banken stellen mit 11,17 % den Löwenanteil, institutionelle Anleger kommen auf 1,29 %, Privatanleger auf 0,05 %.
CEO Bettina Orlopp wertet das als Beleg für eine stabile Aktionärsbasis. Die Kernbotschaft aus Frankfurt: Die Investorenstruktur ist weitgehend unverändert. Das widerspricht Orcels Darstellung direkt.
Strafanzeige wegen Marktmanipulation
Der Konflikt bekommt eine juristische Dimension. Der Gesamtbetriebsrat der Commerzbank hat Berichten zufolge Strafanzeige gegen UniCredit erstattet — wegen des Verdachts der Marktmanipulation. Der Vorwurf: UniCredit blase ihre eigene Position durch statistische Effekte künstlich auf.
UniCredit bietet 0,485 eigene Aktien für jede Commerzbank-Aktie. Der tatsächliche Anteil der Italiener schwankt je nach Einbeziehung von Derivaten zwischen 26,8 % und über 39 %. Die Commerzbank rät ihren Aktionären weiterhin ausdrücklich ab, das Angebot anzunehmen.
Frist läuft am 3. Juli ab
Die Aktie notiert aktuell bei 37,33 Euro — rund vier Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 38,85 Euro. Über zwölf Monate hat das Papier gut 37 % zugelegt.
Die Annahmefrist für das UniCredit-Angebot endet am 3. Juli. Die endgültigen Ergebnisse will UniCredit am 8. Juli veröffentlichen. Bleibt die Quote angedienter Aktien auf dem aktuellen Niveau, steigt der Druck auf Mailand — entweder das Angebot nachzubessern oder die gesamte Strategie neu zu bewerten.
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