Die Commerzbank nähert sich dem nächsten wichtigen Schritt im Abwehrkampf gegen UniCredit. Vorstand und Aufsichtsrat wollen ihre formelle Stellungnahme nach § 27 WpÜG vorlegen — und damit den Aktionären erstmals offiziell sagen, wie sie das Angebot bewerten. Der Zeitpunkt ist heikel: Die Hauptversammlung am 20. Mai 2026 fällt mitten in die laufende Annahmefrist.
Angebot liegt unter dem Marktpreis
Der Kern der erwarteten Ablehnung ist rechnerisch gut greifbar. UniCredit bietet 0,485 neue UniCredit-Aktien je Commerzbank-Aktie, was einem implizierten Wert von rund 31,07 Euro entspricht. Der Schlusskurs der Commerzbank lag am Donnerstag bei 36,48 Euro.
Damit klafft eine sichtbare Lücke zwischen Angebot und Börsenbewertung. Wer annimmt, würde nicht nur auf eine Prämie verzichten, sondern auch einen Teil des zuletzt aufgebauten Eigenständigkeitspotenzials abgeben. Genau hier setzt die Gegenargumentation der Frankfurter an.
Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten 41,78 Prozent gewonnen. Auf Wochensicht steht ein Plus von 1,87 Prozent, während der RSI mit 83,3 bereits auf eine technisch stark angespannte Lage hindeutet. Der Markt preist also weiter ein, dass UniCredit nachlegen muss oder der eigenständige Kurs der Commerzbank mehr wert ist.
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„Momentum 2030“ als Gegenentwurf
Die Bank stellt dem Übernahmeangebot ihre weiterentwickelte Strategie „Momentum 2030“ entgegen. Sie verweist auf einen starken Jahresstart und ein operatives Rekordergebnis im ersten Quartal. Das soll zeigen: Die Commerzbank sieht sich nicht als Sanierungsfall, sondern als Bank mit eigenem Renditepfad.
Bis Ende des Jahrzehnts peilt der Vorstand einen Nettogewinn von 5,9 Milliarden Euro an. Die Nettoeigenkapitalrendite soll auf 21 Prozent steigen. Für 2026 steht ein Nettogewinn von mindestens 3,4 Milliarden Euro auf der Zielmarke.
Der Plan ist ambitioniert, aber nicht ohne Härten. Rund 600 Millionen Euro sollen in Künstliche Intelligenz fließen, parallel dazu sollen weitere 3.000 Vollzeitstellen wegfallen. Das kommt zusätzlich zu einem bereits angekündigten Abbau von 3.900 Stellen.
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Hauptversammlung wird zur Kraftprobe
UniCredit-Chef Andrea Orcel verfolgt ein klares Zwischenziel: Die Italiener wollen die Schwelle von 30 Prozent überschreiten. Damit würde UniCredit nicht mehr ständig darauf achten müssen, dass der Anteil durch laufende Rückkäufe der Commerzbank unbeabsichtigt über diese Marke rutscht.
Ein schneller Abschluss ist dennoch nicht zu erwarten. UniCredit rechnet wegen regulatorischer Genehmigungen erst 2027 mit dem Vollzug des Angebots. Bis dahin dürfte die Debatte um Preis, Kontrolle und Eigenständigkeit weiterlaufen.
Auf der Hauptversammlung liegt den Aktionären ein Dividendenvorschlag von 1,10 Euro je Aktie vor, nach 0,65 Euro für das vorherige Geschäftsjahr. Das entspräche einer Gesamtausschüttung von rund 1,2 Milliarden Euro. Außerdem steht eine neue Rückkaufermächtigung von bis zu zehn Prozent des Grundkapitals zur Abstimmung.
Die formelle Stellungnahme der Commerzbank dürfte nun den Ton für die nächsten Wochen setzen. Je klarer Vorstand und Aufsichtsrat den Abstand zwischen Angebotspreis, Börsenkurs und Strategieplan herausarbeiten, desto stärker wird der Druck auf UniCredit, die eigene Offerte zu begründen oder nachzubessern.
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