Commerzbank Aktie: 36,79 Euro gegen 31,07-Euro-Angebot

Die Commerzbank kontert das Übernahmeangebot der UniCredit mit ambitionierten Renditezielen und einem Stellenabbauprogramm. Der Börsenkurs liegt über dem Angebotswert.

Commerzbank Aktie
Kurz & knapp:
  • Eigenständigkeitsstrategie „Momentum 2030“ vorgestellt
  • UniCredit-Angebot liegt unter aktuellem Aktienkurs
  • 3.000 weitere Stellenstreichungen geplant
  • Dividende von 1,10 Euro je Aktie angekündigt

Starke Eigenständigkeitsziele, ein deutlich niedriger bewertetes Übernahmeangebot und ein Kurs nahe dem Jahreshoch: Bei der Commerzbank verdichtet sich der Konflikt mit UniCredit. Die Börse spielt dabei eine klare Rolle. Sie bewertet die Frankfurter Bank derzeit höher als das Angebot aus Mailand.

Am Donnerstag notiert die Aktie bei 36,79 Euro und legt damit 1,66 Prozent zu. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Plus von 40,74 Prozent zu Buche. Das ist mehr als nur Rückenwind — es verschiebt auch die Verhandlungslogik.

Strategie als Abwehrsignal

Mit „Momentum 2030“ will die Commerzbank zeigen, dass sie allein mehr wert sein kann. Das Management peilt bis 2030 eine Nettoeigenkapitalrendite von 21 Prozent an. Zum Vergleich: Im Jahr 2025 lag dieser Wert bei rund 8,7 Prozent.

Der Plan ist ambitioniert. Die Kosten-Ertrags-Quote soll bis 2030 auf 43 Prozent sinken. Dahinter steht ein härterer Sparkurs, aber auch der Versuch, Effizienz nicht nur über Personalabbau zu erzielen.

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Konkret plant die Bank den Abbau von rund 3.000 weiteren Vollzeitstellen bis 2030. Das kommt zu den bereits angekündigten 3.900 Stellenstreichungen hinzu. Parallel dazu will die Commerzbank zwischen 2026 und 2030 rund 600 Millionen Euro in KI-Initiativen investieren.

UniCredit liegt unter dem Marktpreis

UniCredit hat am 5. Mai ein Tauschangebot vorgelegt. Vorgesehen sind 0,485 UniCredit-Aktien je Commerzbank-Aktie. Auf Basis der damaligen Kurse entsprach das etwa 31,07 Euro je Commerzbank-Aktie.

Damit liegt der rechnerische Wert klar unter dem aktuellen Börsenkurs. Der Markt signalisiert damit entweder Erwartung auf bessere Konditionen oder Vertrauen in den eigenständigen Plan der Commerzbank. Kein Wunder, dass das Angebot politisch und operativ sensibel bleibt.

Die Commerzbank lehnt den Vorschlag inhaltlich ab und verweist auf vage Annahmen sowie Umsetzungsrisiken. UniCredit-Chef Andrea Orcel hatte in einem Übernahmeszenario den Wegfall von rund 7.000 Vollzeitstellen in Deutschland genannt. Die Annahmefrist läuft bis zum 16. Juni.

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Dividende und Technik stützen

Auch die Kapitalrückflüsse helfen der Aktie. Für das Geschäftsjahr 2025 ist eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie vorgesehen. Der Ex-Tag ist für den 21. Mai angesetzt, die Auszahlung soll am 26. Mai erfolgen.

Hinzu kommt eine geplante neue Ermächtigung für Aktienrückkäufe von bis zu zehn Prozent des Grundkapitals. Das ist kein unmittelbarer Rückkaufbeschluss, aber ein klares Signal: Die Bank will finanzielle Flexibilität behalten und Aktionäre stärker einbinden.

Technisch wirkt die Aktie allerdings heiß gelaufen. Der RSI liegt bei 83,3, der Kurs notiert rund 10 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt. Das spricht nicht gegen die strategische Story, erhöht aber die Anfälligkeit für Rücksetzer.

Analysten sehen weiter Luft nach oben. Deutsche Bank Research nennt ein Kursziel von 40 Euro, Barclays hat das Ziel auf 42 Euro angehoben. Damit liegt die Debatte nun weniger bei der Frage, ob UniCredit Interesse hat, sondern wie viel Eigenständigkeit der Markt der Commerzbank zutraut.

Bis zum 16. Juni bleibt der Übernahmekonflikt der wichtigste Kurstreiber. Hält der Börsenkurs deutlich Abstand zum rechnerischen Angebot, wächst der Druck auf UniCredit — entweder bei den Konditionen nachzulegen oder das Risiko einer schwachen Annahmequote zu akzeptieren.

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