Zum zweiten Mal in Folge dreht sich auf der Commerzbank-Hauptversammlung alles um ein einziges Thema: die drohende Übernahme durch UniCredit. Am morgigen Mittwoch treffen sich die Aktionäre in Wiesbaden — und das Frankfurter Institut gibt die Richtung klar vor: Das Angebot der Italiener soll abgelehnt werden.
Die Botschaft von Vorstand und Aufsichtsrat ist unmissverständlich. Das Übernahmeangebot werde dem tatsächlichen Wert der Bank sowie ihrer strategischen Bedeutung nicht gerecht. Die Empfehlung an die Anteilseigner lautet daher, investiert zu bleiben und die Offerte auszuschlagen.
UniCredit erhöht den Druck
Die Ausgangslage ist angespannt. UniCredit kontrolliert inzwischen knapp 30 Prozent der Commerzbank-Anteile direkt — über Finanzderivate soll der tatsächliche Einfluss der Mailänder aber bereits bei knapp 40 Prozent der Stimmrechte liegen. Konkret werden 38,87 Prozent angegeben, nachdem sich die Italiener zuletzt den Kaufpreis für weitere Anteile gesichert haben. Damit könnte UniCredit auf der Hauptversammlung bereits eine beachtliche Machtposition einnehmen.
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Auf der Gegenseite formiert sich eine breite Front. Der Bund, der noch rund 12 Prozent der Anteile hält, lehnt eine feindliche Übernahme ebenso ab wie Management, Betriebsrat und Belegschaft. Eine seltene Einigkeit — doch ob sie standhält, hängt letztlich davon ab, wie viele freie Aktionäre dem Appell der Führungsetage folgen.
Kurs stabil, Lage offen
An der Börse zeigt die Aktie kurz vor dem entscheidenden Tag wenig Nervosität. Am Dienstagabend notierte das Papier bei rund 36,18 Euro, ein leichtes Plus von 0,67 Prozent. Die relative Gelassenheit der Märkte deutet darauf hin, dass viele Investoren das Übernahmeszenario bereits eingepreist haben — und nun auf den weiteren Verlauf der Hauptversammlung warten.
UniCredit hat mit dem freiwilligen Kaufangebot für sämtliche Commerzbank-Aktien den nächsten Zug gemacht. Wie die Aktionäre morgen abstimmen und ob das Institut seine Unabhängigkeit mittelfristig wahren kann, bleibt das beherrschende Thema rund um Deutschlands zweitgrößte Privatbank.
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