Mehr als zwei Millionen eigene Aktien hat die Commerzbank innerhalb weniger Tage vom Markt genommen. Zwischen dem 4. und 11. September kaufte das Institut 2.240.372 Papiere zu Kursen zwischen 41,69 und 42,80 Euro zurück. Dahinter steht ein Programm mit einem Volumen von bis zu 1,2 Milliarden Euro, das spätestens am 10. Februar 2027 abgeschlossen sein soll. Die Genehmigungen von EZB und Finanzagentur liegen vor, die erworbenen Aktien werden eingezogen. Der Aktienkurs gibt am Mittwoch dennoch nach. In Stuttgart verliert die Commerzbank gegen Mittag rund 0,6 % auf etwa 42,12 Euro. Am Dienstag hatte das Papier den Handel bei 42,47 Euro und mit einem Minus von 0,47 % beendet. Trotz der jüngsten Abgaben bewegt sich der Kurs damit weiterhin auf einem hohen Niveau.

Commerzbank möchte Geld zurückgeben

Das Rückkaufprogramm bildet einen Teil der Kapitalrückgabe für 2026. Insgesamt will die Commerzbank rund 3,2 Milliarden Euro an ihre Anteilseigner zurückgeben. Mindestens die Hälfte davon soll über die Dividende ausgeschüttet werden. Der verbleibende Betrag ist für Aktienrückkäufe vorgesehen. Als Berechnungsgrundlage dient das bereinigte Nettoergebnis nach Abzug der AT-1-Kuponzahlungen. Den finanziellen Rahmen dafür liefert die angehobene Ergebnisprognose. Für 2026 erwartet die Bank inzwischen einen Nettogewinn von mindestens 3,4 Milliarden Euro. Zuvor hatte die Zielgröße bei mehr als 3,2 Milliarden Euro gelegen.

Mit dem Einzug der zurückgekauften Papiere sinkt zugleich die Zahl der ausstehenden Aktien. Das unterscheidet diesen Teil der Kapitalrückgabe von der Dividende, bei der Geld unmittelbar an die Aktionäre ausgezahlt wird. Die Commerzbank setzt 2026 auf beide Instrumente und hat dafür ein Gesamtvolumen vorgesehen, das nur knapp unter dem erwarteten Jahresgewinn liegt. Der Kursanstieg der vergangenen Monate hat allerdings auch die Bewertungsrelation zu einzelnen Analystenzielen verändert. JPMorgan erhöhte sein Kursziel am 8. September auf 39 Euro und bestätigte die Einstufung „Neutral“. Diese Zielmarke liegt unter dem aktuellen Aktienkurs von gut 42 Euro.

Neben der Kapitalrückgabe bleibt das deutsche Konjunkturumfeld ein Faktor für das operative Geschäft. Commerzbank-Chefökonom Ralph Solveen erwartet für das dritte Quartal ein geringeres Wachstum der deutschen Wirtschaft als in den vorangegangenen Quartalen. Für das Firmenkundengeschäft der Bank sind dabei unter anderem Investitionen, Finanzierungsbedarf und die wirtschaftliche Aktivität der Unternehmen relevant. Die Aktie hat sich über einen längeren Zeitraum deutlich nach oben bewegt. Seit Jahresbeginn beträgt der Zuwachs rund 18 %, innerhalb von zwölf Monaten etwa 29 %. Der Kurs liegt zudem rund 18 % über seinem 200-Tage-Durchschnitt.

Währenddessen setzt die Bank die Käufe eigener Aktien fort. Das Programm kann bis zu 1,2 Milliarden Euro umfassen und läuft längstens bis Februar 2027. Anschließend werden die im Rahmen des Rückkaufs erworbenen Papiere eingezogen.