Der Countdown für die Commerzbank läuft. Bis zum 3. Juli können Aktionäre das Übernahmeangebot der italienischen UniCredit annehmen. Vorstandschefin Bettina Orlopp greift nun ein. In einem offenen Brief fordert sie die Anteilseigner auf, ihre Papiere zu behalten.
Das Management hält die Offerte aus Italien für zu niedrig. Die gebotene Prämie spiegele den wahren Wert der Bank nicht wider. Analysten sehen das durchschnittliche Kursziel deutlich über dem Angebotspreis. Hinzu kommt ein strategisches Manko. Laut Orlopp fehlt der UniCredit ein überzeugender Plan für das Geschäftsmodell der Frankfurter.
Ein gewichtiger Verbündeter steht bereits fest. Die Bundesregierung will ihren Anteil von rund zwölf Prozent Berichten zufolge nicht abgeben. An der Börse reagieren Investoren derweil abwartend. Die Commerzbank-Aktie notiert aktuell bei 37,13 Euro und verbucht heute ein leichtes Minus von 1,46 Prozent. Damit bleibt das Papier knapp unter dem jüngsten Rekordhoch.
Eigenständigkeit als Trumpf
Die Bank stärkt parallel dazu ihre eigene Position. Die neue Strategie liefert bereits greifbare Ergebnisse. Im Mai hob der Vorstand das Gewinnziel für das laufende Jahr auf mindestens 3,4 Milliarden Euro an. Aktionäre profitieren direkt davon. Für das vergangene Jahr fließen 1,10 Euro Dividende je Aktie.
Außerdem hat die Hauptversammlung den Weg für weitere Aktienrückkäufe frei gemacht. Das Ziel: eine kontinuierlich steigende Kapitalrückgabe. Bis 2030 strebt das Institut eine Nettoeigenkapitalrendite von 21 Prozent an. Die Kostenquote soll auf 43 Prozent sinken.
Die Fronten sind damit klar gezogen. Bis Ende der Woche müssen die Aktionäre eine Wahl treffen. Die Commerzbank verteidigt ihre Eigenständigkeit mit starken Zahlen und hohen Ausschüttungen. Fällt die Annahmequote der UniCredit zu gering aus, scheitert der Übernahmeversuch.
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