Bei der Commerzbank treffen am Mittwoch zwei Themen aufeinander, die selten sauber getrennt bleiben: Kapitalrückgabe und Übernahmefantasie. Die Aktionäre stimmen in Wiesbaden über neue Spielräume für Aktienrückkäufe ab. Parallel läuft die Angebotsfrist von UniCredit. Das macht die Hauptversammlung deutlich politischer als eine normale Pflichtveranstaltung.
Die Aktie zeigt vor dem Termin wenig Bewegung. Am Montag notiert sie bei 36,07 Euro, knapp unter dem Freitagsschluss von 36,15 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten steht aber ein Plus von 41,01 Prozent.
Rückkäufe als strategischer Hebel
Vorstand und Aufsichtsrat wollen sich erneut eine Ermächtigung für eigene Aktien geben lassen. Der Rahmen soll Rückkäufe von bis zu zehn Prozent des Grundkapitals erlauben. Wichtig ist die Einordnung: Das ist keine konkrete Rückkaufankündigung, sondern ein Werkzeug für spätere Entscheidungen.
Für die Bank zählt Flexibilität. Rückkäufe können überschüssiges Kapital an Aktionäre zurückgeben und den Gewinn je Aktie stützen. In einer Übernahmesituation haben sie aber auch Signalwirkung. Das Management zeigt damit, dass es die eigene Strategie weiter aktiv steuern will.
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Dazu passt der Dividendenvorschlag. Für das Geschäftsjahr 2025 sind 1,10 Euro je Aktie vorgesehen. Die Auszahlung ist für den 26. Mai geplant. Damit bleibt die Kapitalrückgabe ein zentrales Argument der Commerzbank.
UniCredit bleibt der Störfaktor
Der Termin gewinnt durch das formelle Angebot der UniCredit zusätzliches Gewicht. Die italienische Großbank will bei der Commerzbank vorankommen, stößt aber auf eine selbstbewusste Frankfurter Führung. Vorstand und Aufsichtsrat wollen nach Prüfung der Angebotsunterlagen eine Stellungnahme mit Empfehlung abgeben.
Die bisherige Linie ist klar. Die Commerzbank sieht in der eigenen Strategie mehr Wertpotenzial als im aktuellen Vorschlag aus Mailand. Eine marktübliche Prämie erkennt sie bislang nicht. Genau dieser Punkt dürfte im Austausch mit Aktionären entscheidend sein.
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Technisch ist die Aktie bereits anspruchsvoll bewertet. Der RSI liegt bei 81,2 und deutet auf eine überkaufte Lage hin. Der Kurs handelt zugleich klar über den wichtigen gleitenden Durchschnitten.
Ziele bis 2030 setzen die Messlatte
Mit „Momentum 2030“ hat die Bank ihre Ambitionen erhöht. Bis 2030 peilt sie einen Netto-Return on Tangible Equity von 21 Prozent an. Die Kostenquote soll auf 43 Prozent sinken.
Für 2026 liegt das Ziel beim Nettoergebnis bei mindestens 3,4 Milliarden Euro. Bis zum Erreichen einer CET1-Zielquote von 13,5 Prozent will die Bank eine Ausschüttungsquote von 100 Prozent beibehalten. Das ist offensiv und setzt operative Disziplin voraus.
Am 20. Mai geht es daher nicht nur um Dividende und Rückkaufrahmen. Die Hauptversammlung wird zum Test, wie viel Rückhalt die Commerzbank für ihren eigenständigen Kurs hat. UniCredit liefert den äußeren Druck, das Management muss die eigene Wertstory daran messen lassen.
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