Das Gespenst der Hypovereinsbank kehrt zurück. Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp hat die Übernahmedebatte mit einem historischen Vergleich auf eine neue Ebene gehoben: Im Fall einer erfolgreichen Übernahme durch UniCredit drohe der Commerzbank dasselbe Schicksal wie einst der HVB — ein Personalabbau von rund zwei Dritteln.
Orlopp begründet das mit der Kosten-Ertrag-Quote, die UniCredit-Chef Andrea Orcel öffentlich als Zielmarke ausgegeben hat. Um diesen Wert zu erreichen, sieht sie nur zwei Wege: Erträge steigern — was wegen erheblicher Kundenüberlappungen schwierig wäre — oder massiv Stellen abbauen. Gleichzeitig beklagt sie fundamentale Intransparenz: „Bis heute sind wir im Unklaren, was UniCredit eigentlich will.“
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Übernahmeangebot als Druckmittel
UniCredit hatte am 16. März 2026 ein offizielles Übernahmeangebot angekündigt. Das Angebot liegt knapp über dem damaligen Schlusskurs und zielt darauf ab, die 30-Prozent-Hürde des deutschen Übernahmerechts zu überschreiten. Orcel selbst rechnet nicht damit, damit die Kontrolle über die Commerzbank zu erlangen — es geht ihm erklärtermaßen darum, Orlopp an den Verhandlungstisch zu zwingen. Bereits jetzt hält UniCredit gut 26 Prozent der Anteile.
Der Widerstand ist deutlich. Betriebsratschef Sascha Uebel bezeichnete das Vorgehen als „feindlich“ und „geschäftsschädigend“ und kündigte an, mit allen verfügbaren Mitteln dagegen vorzugehen. Spätestens zur ordentlichen Hauptversammlung am 20. Mai dürfte dieser Konflikt offen ausgetragen werden.
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Starke Zahlen als Gegenargument
Die Commerzbank betritt dieses Gefecht aus einer operativ starken Position. Das bereinigte Nettoergebnis für 2025 erreichte einen Rekordwert von 3 Milliarden Euro. Den sechsten Aktienrückkauf seit 2023 — mit einem Volumen von 524 Millionen Euro — schloss die Bank bereits am 9. März vorzeitig ab. Zusammen mit einem früheren Programm wurden damit 1,5 Milliarden Euro an Aktionäre zurückgeführt.
Für das Geschäftsjahr 2025 schlägt der Vorstand eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie vor, nach 0,65 Euro im Vorjahr. Über diesen Vorschlag stimmt die Hauptversammlung im Mai ab — ebenso wie über eine außerordentliche Kapitalerhöhung, die UniCredit für ihr Angebot benötigt. Diese Abstimmung ist für den 4. Mai angesetzt und dürfte zum ersten formalen Kräftemessen zwischen den Lagern werden.
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