Der Übernahmekampf um die Commerzbank eskaliert. UniCredit hat sich einen massiven Anteil gesichert. Das Frankfurter Management wehrt sich nun mit schweren Geschützen. Eine Strafanzeige wegen möglicher Marktmanipulation bringt eine neue Härte in den Konflikt.
Die Fronten verhärten sich
Die Mailänder Großbank hält nach der ersten Annahmefrist 42,5 Prozent an der Commerzbank. Zuvor besaß UniCredit bereits knapp 27 Prozent der Anteile direkt. Über ein Tauschangebot kamen nun weitere 12,51 Prozent hinzu.
Aktienbasierte Derivate runden das Paket ab. Vorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank lehnen die Offerte weiterhin strikt ab. Sie kritisieren eine zu geringe Prämie und warnen vor strategischen Risiken. Das Angebot überzeuge schlichtweg nicht.
Verdacht auf Marktmanipulation
Die Abwehrstrategie erreicht damit eine juristische Ebene. Die Commerzbank hat die Finanzaufsicht BaFin eingeschaltet. Das Institut erstattete Strafanzeige. Es besteht der Verdacht auf Marktmanipulation.
Das Management zweifelt an der Herkunft der angedienten Papiere. Offenbar haben kaum große institutionelle Investoren ihre Aktien abgegeben. Die Commerzbank vermutet ein Netzwerk aus Banken und UniCredit-nahen Parteien hinter den Transaktionen. Parallel dazu fiel eine ungewöhnliche Häufung von Wertpapierleihen auf.
Nachfrist und starker Kurs
Seit dem 20. Juni läuft für zögerliche Aktionäre die offizielle Nachfrist. Diese Frist endet am 3. Juli. Fünf Tage später will UniCredit das endgültige Ergebnis der Übernahme veröffentlichen.
Die Börse honoriert die anhaltende Übernahmefantasie. Die Aktie schloss am Freitag bei 38,33 Euro. Damit notiert das Papier nur hauchdünn unter dem frischen 52-Wochen-Hoch von 38,85 Euro. Auf Jahressicht steht ein Kursplus von fast 39 Prozent zu Buche.
Ein harter Schnitt steht bevor. Am 8. Juli liegen die finalen Zahlen der Mailänder auf dem Tisch. Sollte die BaFin bis dahin konkrete Ermittlungen aufnehmen, droht dem gesamten Übernahmeprozess eine juristische Hängepartie.
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