Commerzbank Aktie: Übernahme rückt näher

Die Commerzbank beendet ihr Aktienrückkaufprogramm, während UniCredit und Jefferies ihre Anteile erhöhen. Die Hauptversammlung im Mai wird zur entscheidenden Weichenstellung.

Commerzbank Aktie
Kurz & knapp:
  • Rückkaufprogramm erhöht Anteile bestehender Großaktionäre
  • UniCredit nähert sich der kritischen 30-Prozent-Schwelle
  • Jefferies hält über zehn Prozent der Stimmrechte
  • Hauptversammlung im Mai als Richtungsentscheidung

Das Übernahmeszenario rund um die Commerzbank gewinnt an Konturen. Mit dem Abschluss des sechsten Aktienrückkaufs, einer Rekordausschüttung und dem Aufstieg von Jefferies auf über zehn Prozent der Stimmrechte verdichten sich die Fronten – ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, da UniCredit rechtlich freie Hand für ein reines Aktientauschangebot hat.

Aktienrückkauf beendet – mit Nebenwirkungen

Gestern schloss die Commerzbank ihr sechstes Rückkaufprogramm planmäßig ab. Seit dem 12. Februar erwarb die Bank rund 15,7 Millionen eigene Aktien für insgesamt 524 Millionen Euro – zum Durchschnittspreis von 33,45 Euro je Aktie. Die Papiere sollen eingezogen werden.

Was nach geordnetem Kapitalmanagement klingt, hat einen strategischen Hintergrund: Rückkäufe verknappen die im Markt verfügbaren Aktien. Dadurch steigen die prozentualen Anteile bestehender Großaktionäre rein rechnerisch an, ohne dass diese aktiv zukaufen müssten.

Davon profitiert vor allem UniCredit. Die italienische Großbank hält inzwischen rund 26 Prozent direkt, inklusive Derivate liegt der Zugriff bei knapp 29 Prozent. Bis zur 30-Prozent-Schwelle, die automatisch ein Pflichtangebot an alle Aktionäre auslösen würde, fehlt damit nur noch ein kleiner Schritt.

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Jefferies überschreitet die Zehn-Prozent-Marke

Parallel meldete die US-Investmentbank Jefferies am 5. März einen Stimmrechtsanteil von 10,04 Prozent – zuvor waren es 9,28 Prozent. Bemerkenswert: Die gesamte Beteiligung wird über Finanzinstrumente gehalten, direkte Aktienbestände weist Jefferies nicht aus.

Hinzu kommt eine veränderte rechtliche Ausgangslage: Seit Ende Februar ist eine Wartefrist im deutschen Übernahmerecht abgelaufen. Da UniCredit in den vergangenen sechs Monaten keine Commerzbank-Aktien gegen Bargeld erworben hat, darf die Bank nun ein Übernahmeangebot auf Basis eines reinen Aktientauschs unterbreiten.

Das Frankfurter Management stemmt sich dagegen – mit Kapital. Zwischen 2022 und 2025 wird die Commerzbank rund 5,8 Milliarden Euro an Aktionäre zurückgegeben haben. Für 2026 bis 2028 plant das Haus eine Ausschüttungsquote von 100 Prozent des Konzernergebnisses. Hinzu kommt ein Rekord-Dividendenvorschlag von 1,10 Euro je Aktie, vorbehaltlich der Hauptversammlungs-Zustimmung im Mai.

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Operativ stark, strategisch unter Druck

Das Geschäftsjahr 2025 verlief für die Commerzbank besser als geplant: Das operative Ergebnis stieg um 18 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro, der Nettogewinn lag bei 2,6 Milliarden Euro. Doch der Ausblick enttäuscht. Für 2026 peilt das Management einen Gewinn von 3,2 Milliarden Euro an – und verfehlt damit die Analystenerwartungen von 3,4 Milliarden Euro. Zusätzlich belastet eine Abschreibung auf die Aquila-Capital-Beteiligung von 117 Millionen Euro die Bilanz; damit sind bereits zwei Drittel des 2024 gezahlten Kaufpreises abgeschrieben.

Risikovorstand Bernd Spalt wird seinen Ende 2026 auslaufenden Vertrag zudem nicht verlängern, was eine Neuordnung im Vorstand notwendig macht.

Die Aktie spiegelt das angespannte Umfeld wider: Mit einem Kurs von 30,83 Euro notiert der Titel rund zehn Prozent unterhalb seines 50-Tage-Durchschnitts und hat seit Jahresbeginn rund 15 Prozent verloren.

Die Hauptversammlung am 20. Mai dürfte zur Richtungsentscheidung werden. Dort prallen die Interessen von UniCredit, Jefferies und der Bundesregierung aufeinander – letztere hält rund 12 Prozent und lehnt eine Übernahme ab. Wie das Kräfteverhältnis zwischen Management und Großaktionären dann aussieht, wird maßgeblich davon abhängen, ob UniCredit bis dahin den entscheidenden Schritt über die 30-Prozent-Marke wagt.

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