Weniger als zwei Prozent. So niedrig fällt die Zustimmung unabhängiger Commerzbank-Aktionäre zum Umtauschangebot der UniCredit aus. Die erweiterte Annahmefrist ist abgelaufen, und die Zahlen sprechen eine klare Sprache gegen die Italiener.
Die UniCredit selbst meldete eine Gesamtannahmequote von 17,6 Prozent. Laut Commerzbank-Analysen stammte der Großteil dieser Papiere aber aus dem direkten Umfeld der Bieterin. Freie Aktionäre zeigten kaum Interesse.
Freie Aktionäre bleiben treu
Für Vorstandschefin Bettina Orlopp ist das ein starkes Signal. Das Management sieht seine Strategie „Momentum 2030“ bestätigt. Die geringe Resonanz der freien Aktionäre bestärkt den Kurs, die Unabhängigkeit der Bank zu verteidigen.
Das zentrale Werkzeug dabei: eine aggressive Kapitalrückgabe. Bereits im Mai 2026 hob die Hauptversammlung die Dividende für das Rekordjahr 2025 auf 1,10 Euro je Aktie an. Alle Tagesordnungspunkte fanden am 20. Mai eine breite Mehrheit.
Für die Jahre 2026 bis 2028 plant die Commerzbank nun, praktisch das gesamte Nettoergebnis an die Aktionäre auszuschütten. Nach Abzug der AT1-Kupons soll rund 100 Prozent des Gewinns über Dividenden und Rückkäufe zurückfließen. Das Ziel: Die Aktie soll für Investoren so attraktiv werden, dass eine Übernahme ohne deutliche Nachbesserung des Angebots unwahrscheinlich bleibt.
Der Ball liegt jetzt bei den Regulatoren
Mit dem Ende der Annahmefrist wandert der Fokus von der Börse zu den Aufsichtsbehörden. Die Europäische Zentralbank und die EU-Wettbewerbshüter müssen nun entscheiden, ob die UniCredit ihren Einfluss auf die Commerzbank weiter ausbauen darf.
Die Aktie selbst zeigt sich charttechnisch robust. Aktuell notiert das Papier bei 38,54 Euro, nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 38,85 Euro vom 19. Juni. Über die vergangenen zwölf Monate legte der Kurs um fast 34 Prozent zu, seit Jahresbeginn steht ein Plus von 5,56 Prozent.
Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 34,44 Euro. Die Aktie handelt damit knapp zwölf Prozent darüber – ein Zeichen für den intakten Aufwärtstrend. Ob sich dieser fortsetzt, entscheidet sich auch an den Quartalszahlen am 6. August. Dann zeigt sich, ob die ambitionierten Gewinnziele des Managements Substanz haben.
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