UniCredit meldet 10,91 % Annahmequote — die Commerzbank zweifelt, ob dahinter wirklich unabhängige Aktionäre stecken. Der Streit hat eine neue Qualität erreicht.
Wer steckt hinter den eingereichten Aktien?
Die Commerzbank hält die gemeldeten Zahlen für irreführend. Auf Basis der vorliegenden Daten sei es plausibel, dass die angedienten Aktien „fast ausschließlich“ von Banken und mit UniCredit verbundenen Einheiten stammen. Private Aktionäre hätten kaum teilgenommen.
Der Kern des Vorwurfs: Wertpapierleihe. Die Commerzbank beobachtete in den vergangenen Wochen einen deutlichen Anstieg entsprechender Aktivitäten in ihren Aktien. Ausmaß und Zeitpunkt nennt sie in ihrer öffentlichen FAQ „ungewöhnlich“. Geliehene Aktien können unter bestimmten Umständen in ein Angebot eingebracht werden — ohne Zustimmung oder Kenntnis des wirtschaftlichen Eigentümers.
Das ist kein technisches Detail. Annahmequoten gelten am Kapitalmarkt als Signal für die Haltung der Aktionärsbasis. Wenn diese Quote durch Leihaktien und Intermediäre verzerrt ist, sagt sie wenig über die echte Unterstützung aus.
UniCredit hält dagegen
UniCredit weist die Kritik zurück. Laut Reuters bezeichneten Quellen aus dem Umfeld der Bank die Bedenken als nicht neu und „rein spekulativ“. Die Argumentation: Eingereichte Aktien seien eingereichte Aktien — unabhängig von ihrer Herkunft.
Zusammen mit der bestehenden Beteiligung käme UniCredit auf 37,68 % an der Commerzbank. Das Umtauschangebot sieht 0,485 neue UniCredit-Aktien je Commerzbank-Aktie vor. Vorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank empfehlen weiterhin, das Angebot abzulehnen — es enthalte weder eine angemessene Prämie noch einen überzeugenden Zusammenschlussplan.
Fristen und Ausblick
Die Annahmefrist läuft bis zum 16. Juni 2026. Eine erweiterte Frist soll voraussichtlich vom 20. Juni bis zum 3. Juli 2026 folgen. Mit einem regulatorischen Abschluss rechnet die Commerzbank erst 2027.
An der Börse notiert die Aktie bei 35,84 Euro, knapp 6 % unter dem Jahreshoch von 38,15 Euro Anfang Juni. Über zwölf Monate steht ein Plus von rund 29 % — der Übernahmestreit bleibt der dominante Kurstreiber.
Die nächsten offiziellen Annahmedaten werden zeigen, ob UniCredit weitere Einreichungen vorweisen kann. Entscheidender dürfte sein, ob mehr Transparenz über die Herkunft der Aktien entsteht — denn genau daran hängt, wie der Markt die Quoten letztlich bewertet.
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