CoreWeave will Kunden die Kontrolle über ihre KI-Workloads geben, und zwar buchstäblich. Auf der NVIDIA-Konferenz GTC in Berlin hat der Cloud-Anbieter heute ein Sicherheitsmodell vorgestellt, das den Betreiber selbst aus der Vertrauenskette drängen soll. Parallel dazu präsentierte das Unternehmen einen Werkzeugkasten für Robotik und autonomes Fahren.
Zero Trust: Der Anbieter bleibt draußen
Das „Zero Trust AI Framework“ besteht aus sechs Schutzschichten. Kunden nutzen ihre eigenen Schlüsselsysteme, auch Hardware-Sicherheitsmodule oder Schlüsselverwaltungen anderer Clouds. Zugriff auf Server erhält CoreWeave nur auf ausdrückliche Freigabe und nur für einen definierten Zweck. Die Infrastruktur lässt sich per Hardware-Attestierung überprüfen, der Datenverkehr im Backbone wird verschlüsselt.
Der Kern der Botschaft: CoreWeave nutzt Prompts, Trainingsdaten, Modellgewichte und Ergebnisse seiner Kunden nicht, um eigene Modelle zu verbessern. Das Unternehmen versteht sich als reine KI-Cloud, nicht als Konkurrent seiner Kunden.
Dieses Argument zielt auf Konzerne, die sensible und regulierte Daten in KI-Anwendungen verlagern. Ein Analyst des Marktforschers IDC bezeichnet den Ansatz als wichtigen Schritt für Unternehmen, die proprietäre KI im großen Maßstab einsetzen.
Technisch hängt ein Teil des Pakets an NVIDIA. CoreWeave plant, die Confidential-Computing-Technik der dritten Generation über CPUs, GPUs und die NVLink-Verbindung auszudehnen, auch auf das System HGX Rubin NVL8. Dieses soll im vierten Quartal 2026 auf der CoreWeave-Plattform verfügbar sein. Zunächst sind ausgewählte Bare-Metal-Umgebungen vorgesehen, später weitere Modelle wie Kubernetes-Workloads.
Physical AI: Fertige Vorlagen statt Handarbeit
Zeitgleich stellte CoreWeave „Physical AI Launchables“ vor. Das sind getestete Vorlagen, mit denen Robotik-, Fahrzeug- und Simulationsteams einen Lauf per Befehl starten, statt erst ihre Umgebung aufzubauen. Zum Start decken sie fünf Werkzeuge ab, darunter NVIDIA Isaac Sim, CARLA und MuJoCo. Mitgeliefert werden Agenten-Fähigkeiten für Coding-Agenten wie Claude Code und Codex.
Als Partner nennt CoreWeave unter anderem Cadence, Encord, nTop und Voxel51. Weitere Workflows der Cosmos Data Factory sollen demnächst als Vorlagen folgen.
Einordnung
Beide Ankündigungen verschieben den Wettbewerb weg vom reinen Rechenleistungs-Verleih. CoreWeave will mit Software und Sicherheitsarchitektur Kunden binden, die höhere Margen und längere Verträge versprechen. Kursrelevante Zahlen nannte das Unternehmen nicht. Konkrete Marke bleibt das vierte Quartal 2026: Dann soll die Rubin-Hardware verfügbar sein, auf der die vertrauliche Verarbeitung aufsetzen soll.
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