Corning meldet sich mit einem Kurssprung zurück. Die Aktie klettert heute um 11,35 Prozent auf 189,30 Euro. Ein massiver Auftrag von Amazon treibt den Spezialglas-Hersteller an.

Glasfaser für die Cloud

Amazon bestellt für mehrere Milliarden Dollar optische Glasfasertechnologie. Der Cloud-Riese braucht die Hardware für den Ausbau seiner Rechenzentren. Corning reagiert sofort und schafft 1.000 neue Stellen in North Carolina.

Parallel dazu verdoppelt das Unternehmen seine Kapazitäten für Quarz-Vorformen. Dieser Schritt soll die steigende Nachfrage in den nächsten zwei Jahren decken. Die Expansion unterstreicht den Hunger der Tech-Branche nach schneller Infrastruktur.

Nvidia und Meta an Bord

Der Amazon-Deal ist kein Einzelfall. Corning sicherte sich bereits Lieferverträge mit Meta über sechs Milliarden Dollar. Hinzu kommt eine strategische Partnerschaft mit dem KI-Marktführer Nvidia.

Anleger nutzten den jüngsten Kursrücksetzer offenbar zum Einstieg. Innerhalb eines Jahres ist der Wert um rund 327 Prozent gestiegen. Das Vertrauen in das Wachstum bei Hyperscale-Rechenzentren bleibt hoch.

Licht und Schatten im Betrieb

Operativ läuft es für den Konzern weitgehend rund. Im ersten Quartal erwirtschaftete Corning einen Umsatz von 4,34 Milliarden Dollar. Damit übertraf das Management die Erwartungen des Marktes.

Allerdings belasten Störungen in der Solar-Sparte das Ergebnis. Diese Produktionsprobleme dürften im zweiten Quartal zusätzliche Kosten verursachen. Währenddessen verkauften Führungskräfte im Rahmen von Aktienplänen über 160.000 Anteile.

Die Aktie notiert nun wieder knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 191,10 Euro. Die Erholung nach der kurzen Korrektur zu Wochenbeginn verlief rasant. Der Konzern muss nun beweisen, dass er die neuen Großaufträge ohne weitere operative Reibungsverluste abarbeiten kann.