Corning treibt den Umbau vom klassischen Werkstoffkonzern zum Infrastrukturzulieferer für Künstliche Intelligenz sichtbar voran. Der Markt hat darauf zuletzt heftig reagiert. Am Freitag fiel die Aktie in Frankfurt um 7,74 Prozent auf 165,34 Euro, bleibt seit Jahresbeginn aber immer noch deutlich im Plus.
Wachstum kommt aus Glasfaser
Der zentrale Treiber ist der ausgeweitete Strategieplan „Springboard“. Er läuft nun bis 2030 und hebt die Langfristziele spürbar an. Corning peilt bis dahin einen annualisierten Umsatz von 35 Milliarden Dollar an. Zuvor hatte das Management für 2028 noch auf 11 Milliarden Dollar zusätzliche Erlöse gesetzt.
Die neue Linie lautet „More Corning“. Gemeint ist mehr Wertschöpfung in Märkten wie optische Kommunikation und Autoglas. Genau dort will der Konzern mehr Materialanteile sichern, während der Bedarf an schneller Datenübertragung durch KI-Rechenzentren steigt.
Neue Werke, neue Kunden
Dafür baut Corning die Kapazitäten weltweit aus. In Stryków in Polen entsteht eine neue Fabrik, die in der zweiten Jahreshälfte 2026 anlaufen soll. Das Werk soll zu einem der größten Glasfaserstandorte in der EU werden und rund 2.500 Arbeitsplätze schaffen.
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Hinzu kommt der Ausbau in den USA. Corning erweitert in North Carolina die Glasfaserkapazität für Meta Platforms. Der Vertrag hat ein Volumen von bis zu 6 Milliarden Dollar. Meta soll die neue Kapazität als Ankerkunde nutzen und damit seine KI- und Rechenzentrumsnetze stützen.
Starke Zahlen, teure Aktie
Operativ läuft das Geschäft derzeit robust. Im ersten Quartal 2026 meldete Corning einen Kernumsatz von 4,35 Milliarden Dollar und ein bereinigtes Ergebnis von 0,70 Dollar je Aktie. Beides lag über den Erwartungen. Besonders das Segment Optical Communications sprang um 36 Prozent nach oben. Schwächer blieben weiter verbrauchernahe Bereiche wie Smartphones.
Die Bewertung sorgt dennoch für Diskussionen. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 92 wirkt die Aktie ambitioniert. Dazu kam, dass der Konzern für das zweite Quartal 2026 Erlöse von 4,6 Milliarden Dollar in Aussicht stellte und damit knapp unter der Markterwartung von 4,67 Milliarden Dollar blieb. Als Belastung nannte Corning unter anderem Wartungsaufwand in einer Solarsiliziumfabrik.
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Am Freitag lag die Aktie damit nur noch rund 7,7 Prozent unter dem Rekordhoch von 179,22 Euro. Der Titel notiert deutlich über dem 50-Tage-Durchschnitt von 134,27 Euro und auch weit über der 200-Tage-Linie. Der RSI von 84,9 signalisiert allerdings eine stark überhitzte Verfassung.
Dividende bleibt Teil der Story
Trotz des Wachstumsfokus hält Corning an der Ausschüttung fest. Der Vorstand hat eine Quartalsdividende von 0,28 Dollar je Aktie beschlossen, zahlbar Ende Juni 2026 an Aktionäre mit Stichtag Ende Mai. Damit zahlt der Konzern seit 20 Jahren ohne Unterbrechung eine Dividende.
Für Corning bleibt die Aktie damit eine Mischung aus KI-Fantasie, kräftigem Investitionsprogramm und hoher Bewertung. Kurzfristig dürfte der Markt vor allem auf den nächsten Schritt beim Kapazitätsausbau und die nächste Prognose reagieren.
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