Starke Auftragsbücher, schwache Kurse. Bei der Czechoslovak Group (CSG) klaffen Ambition und Börsenrealität weit auseinander. Jetzt zieht das Management Konsequenzen und formiert die Führungsriege für den US-Markt neu.
Neuer Chef für den US-Markt
David Jacobs leitet ab sofort das Nordamerika-Geschäft der Rüstungssparte. Er bringt langjährige Erfahrung von Branchengrößen wie Northrop Grumman und Raytheon mit. Seine Aufgabe ist klar definiert. Er soll die Expansion im wichtigsten Verteidigungsmarkt der Welt vorantreiben.
Die Region gilt als zentraler Wachstumstreiber. Aktuell baut die Tochtergesellschaft MSM einen neuen Artilleriekomplex für die US-Armee in Iowa. Das Auftragsvolumen liegt bei 635 Millionen US-Dollar. Parallel dazu weitet der Konzern seine Munitionslieferungen an das FBI aus.
Der personelle Umbau beschränkt sich nicht auf die USA. CSG rekrutiert gezielt Führungskräfte von Konkurrenten wie Rheinmetall oder BAE Systems. Der Konzern beschäftigt mittlerweile über 14.000 Mitarbeiter weltweit. Das Ziel: der Aufstieg vom regionalen Anbieter zum globalen Rüstungsspieler.
Globale Ambitionen, tiefer Kurssturz
Die Börse honoriert diese Pläne bislang nicht. Im Gegenteil. Die Aktie schloss gestern bei 12,89 Euro. Damit notiert das Papier massive 64 Prozent unter dem Rekordhoch vom Januar. Allein im vergangenen Monat verlor der Titel fast 23 Prozent an Wert. Anleger bleiben trotz solider Zahlen misstrauisch.
Operativ liefert das Unternehmen durchaus ab. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um knapp 14 Prozent auf rund 1,5 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (EBITDA) kletterte auf 411 Millionen Euro.
Milliarden-Pipeline als Bewährungsprobe
Noch wichtiger ist der Blick in die Zukunft. Der feste Auftragsbestand liegt bei 17 Milliarden Euro. Weitere Projekte im Wert von 27 Milliarden Euro werden aktuell verhandelt. Fast die Hälfte des Bestands entfällt auf Landsysteme.
Für das Gesamtjahr 2026 hält der Vorstand an seinen ehrgeizigen Zielen fest. Der Umsatz soll auf bis zu 7,6 Milliarden Euro steigen. Die operative Marge wird bei rund 25 Prozent erwartet. Das neue US-Führungsteam muss nun beweisen, dass es diese gigantische Pipeline profitabel abarbeiten kann.
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