Die Czechoslovak Group (CSG) wächst rasant. Trotzdem stürzt die Aktie ab. Seit dem Rekordhoch im Januar verlor das Papier über 53 Prozent an Wert. Aktuell notiert der Titel bei 15,78 Euro. Damit kratzt der Kurs direkt am bisherigen Jahrestief. Ein Blick auf die Sparten offenbart das Problem.

Sorgenkind Munitionssparte

Das Segment Ammo+ lieferte im vergangenen Jahr gut ein Fünftel des Konzernumsatzes. Hier brach das bereinigte operative Ergebnis auf vergleichbarer Basis um 58 Prozent ein. Das Management macht dafür drei Faktoren verantwortlich. Schwache kommerzielle Nachfrage, steigende Kosten und neue Zölle belasten das Geschäft.

Diese Schwäche wiegt schwer. Das Gesamtjahr 2025 lief für CSG eigentlich glänzend. Der Umsatz sprang um über 70 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro.

Auch der Gewinn überzeugte. Das bereinigte operative Ergebnis erreichte 1,6 Milliarden Euro. Die Marge lag bei soliden 24,1 Prozent.

Bonität steigt, Kurs fällt

Die Ratingagenturen honorieren das Gesamtwachstum. Moody’s hob die Einstufung kürzlich an. Damit erreicht der Rüstungskonzern erstmals Investment-Grade-Niveau. Fitch bestätigte parallel sein solides Rating. Das senkt künftige Finanzierungskosten.

Der Aktienmarkt ignoriert diese Erfolge. Allein in den letzten 30 Tagen verlor das Papier rund 30 Prozent. Parallel dazu baut CSG sein Geschäft aus. Der Konzern sicherte sich im April einen Großauftrag über 250 Millionen Euro. Er liefert Artilleriemunition an einen europäischen Kunden.

Zusätzlich plant CSG eine Übernahme in Österreich. Das Unternehmen will knapp die Hälfte der Anteile an Hirtenberger Defence Systems erwerben. Verkäufer ist die ungarische 4iG-Gruppe. Das Ziel: ein deutlich breiteres Portfolio bei Mörsersystemen.

An den Zielen für das laufende Jahr hält der Vorstand fest. Der Umsatz soll auf bis zu 7,6 Milliarden Euro steigen. Die operative Marge sieht das Management weiterhin bei rund 24 Prozent.

Am 20. Mai präsentiert CSG die Quartalszahlen. Der Bericht enthält erstmals die Einmalkosten des Börsengangs. Mehrere Analysten raten aktuell zum Kauf. Ihr durchschnittliches Kursziel liegt bei 35,40 Euro. Um diese enorme Lücke zum aktuellen Kurs zu schließen, braucht der Markt Fakten. Die anstehenden Daten müssen belegen, dass der Margeneinbruch in der Munitionssparte gestoppt ist.