Fast 53 Prozent unter dem Januarhoch, knapp über dem Jahrestief — der tschechische Rüstungskonzern CSG steckt in einer tiefen Vertrauenskrise. Dabei zeigen die Geschäftszahlen nach oben. Genau dieser Widerspruch macht die Lage so brisant.
Starke Zahlen, schwacher Kurs
Der Umsatz kletterte im vergangenen Jahr um knapp 72 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro. Der Nettogewinn erreichte 872 Millionen Euro. Für 2026 peilt das Management einen Umsatz zwischen 7,4 und 7,6 Milliarden Euro an, bei einer operativen EBIT-Marge von 24 bis 25 Prozent.
An der Börse kommt das nicht an. Die Aktie notiert bei rund 15,90 Euro — mehr als ein Drittel unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 24 Euro, mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von fast 78 Prozent. Neun Analysten empfehlen den Kauf, kein einziger rät zum Verkauf; das durchschnittliche Kursziel liegt bei 35,40 Euro. Der Markt sieht das vorerst anders.
Das SAFE-Fenster schließt sich
Ein konkreter Zeitdruck kommt hinzu. CSG hat mit der Slowakei einen Rahmenvertrag über potenziell 58 Milliarden Euro geschlossen — für Munitionslieferungen über sieben Jahre. Der Vertrag ist kein festes Auftragsvolumen, sondern ein Maximalrahmen, wie das Unternehmen betont.
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Entscheidend ist die Finanzierungsstruktur: Das EU-Programm SAFE ermöglicht Kredite zu einem Zinssatz von einem Prozent, sofern mindestens zwei EU-Mitgliedstaaten teilnehmen. Diese Ausnahmeregelung läuft Ende Mai aus. Bislang hat kein Partner zugesagt. Rumäniens Verteidigungsministerium dementierte Gespräche auf Ministerebene; Kroatien prüft eine Beteiligung, ohne sich festzulegen.
CSG relativiert das Risiko: Der Deal hänge nicht von einem einzigen EU-Finanzierungsmechanismus ab. Höhere Finanzierungskosten könnten allerdings die Attraktivität des Rahmens für Bratislava dämpfen.
Short-Seller und weitere Baustellen
Hunterbrook Capital hat CSG öffentlich angegriffen und behauptet, die kommunizierte Artillerieproduktion von 600.000 Einheiten sei übertrieben. CSG widerspricht: Tatsächlich seien rund 630.000 großkalibrige Geschosse produziert worden — Hunterbrook habe den fragmentierten Produktionsverbund über mehrere Standorte falsch interpretiert.
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Eine weitere Kontroverse betraf eine Forderung gegenüber verbundenen Parteien in Höhe von 275 Millionen Euro. CSG bestätigte, diese sei im ersten Quartal 2026 vollständig in bar beglichen worden.
Hinzu kommen ein Minderheitsaktionär, der angeblich 1,4 Milliarden Euro für seinen Anteil fordert und Sperrrechte über eine Schlüsseltochter hält, sowie eine vorübergehende Suspendierung einer spanischen Munitionsfabrik durch eine NATO-Beschaffungsbehörde. Moody’s hingegen stufte die besicherten Schulden des Konzerns im Februar auf Investment-Grade-Niveau Baa3 hoch.
Q1-Zahlen als nächster Prüfstein
Am 20. Mai veröffentlicht CSG seine Ergebnisse für das erste Quartal 2026 — der erste konkrete Datenpunkt seit Beginn der Pflichtschweigephase Ende April. Investoren werden prüfen, ob die hohen Margen halten und ob die jüngsten Vertragsabschlüsse bereits in den Zahlen sichtbar sind. Kurz danach, Ende Mai, läuft die SAFE-Frist ab. Ob bis dahin ein Partnerstaat einspringt, entscheidet mit darüber, wie belastbar das slowakische Rahmengeschäft wirklich ist.
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