CSL hat seine Nachfolgefrage geklärt. Der Verwaltungsrat ernennt Deborah Waterhouse zur Chief Executive Officer und Managing Director, sie übernimmt am 1. Februar 2027. Die bisherige Leiterin des HIV-Spezialisten ViiV Healthcare bringt viel Erfahrung im Pharmageschäft mit, auch in Australien.

Wer Waterhouse ist

Waterhouse führt seit 2017 ViiV Healthcare, ein mehrheitlich von GSK gehaltenes Gemeinschaftsunternehmen. ViiV setzte im GSK-Geschäftsjahr 2025 rund 7,7 Milliarden Pfund um. Zudem leitet sie die globale Gesundheitssparte von GSK.

Ihr Werdegang umfasst mehr als 25 Jahre in der Branche. Sie führte das US-Impfstoffgeschäft und die US-Primärversorgung von GSK. Von 2008 bis 2012 war sie Länderchefin für Australien und Neuseeland, kennt CSL-Heimatmarkt Melbourne also aus eigener Anschauung.

Verwaltungsratschef Brian McNamee nannte sie eine „herausragende globale Führungskraft“ mit nachgewiesener Fähigkeit, komplexe Geschäfte wachsen zu lassen. Die Entscheidung fiel einstimmig. Er erinnerte daran, dass der Nachfolger Handelserfolg fortschreiben, die Pipeline erneuern und die Abläufe vereinfachen müsse, ohne die wissenschaftliche Basis zu verlieren.

Vergütung und Übergang

Das Vergütungspaket ist üppig. Das Grundgehalt beträgt 1,5 Millionen Pfund jährlich. Die kurzfristige Prämie liegt bei Zielerreichung bei 120 Prozent des Grundgehalts, maximal bei 240 Prozent.

Die langfristige Komponente erreicht 250 Prozent im Ziel und 500 Prozent im Maximum. Als Ausgleich für verfallende GSK-Ansprüche erhält Waterhouse Aktieneinheiten im Wert von 7,71 Millionen Pfund. Hinzu kommt eine Zusatzzuteilung von 1,65 Millionen Pfund, die eine Lücke bis zur ersten regulären CSL-Zuteilung schließen soll. Für die langfristigen Zuteilungen will CSL die Zustimmung der Aktionäre einholen.

Wegen ihrer früheren Tätigkeit darf sie sich bis zum 31. März 2027 nicht mit dem Impfstoffgeschäft Seqirus befassen. Ihren Wohnsitz behält sie in Großbritannien, verbringt aber erhebliche Zeit in Australien, den USA und den wichtigsten CSL-Märkten.

Bis zum Amtsantritt bleibt Gordon Naylor Interims-Chef. Danach kehrt er als nicht geschäftsführendes Mitglied in den Verwaltungsrat zurück und begleitet die Übergabe.

Die Aktie reagierte an der ASX kaum und schloss zuletzt knapp im Minus bei 196,08 Australischen Dollar. Der erste größere Berührungspunkt mit den Aktionären dürfte die Abstimmung über ihre langfristigen Vergütungszuteilungen sein.