Der australische Biotech-Konzern CSL stellt die Weichen für die technische Neuausrichtung seiner US-Plasmagewinnung. Das Unternehmen hat am Donnerstag eine erweiterte Vereinbarung mit der Haemonetics Corporation bekannt gegeben.

Ziel ist es, die Plasmapherese-Plattform der neuesten Generation von Haemonetics bis Ende 2027 in sämtlichen bestehenden US-Plasmasammelzentren von CSL einzuführen. Zeitgleich traf CSL eine Vereinbarung mit Terumo BCT, um den Übergang vom bislang genutzten Rika-System abzufedern.

Die Erneuerung der Sammelinfrastruktur zielt auf eine effizientere Plasmagewinnung ab. Für CSL bilden Blutplasma und daraus gewonnene Biotherapeutika das fundamentale Rückgrat der Geschäftsaktivitäten. Zeitplan und Umfang der Umstellung bleiben laut Unternehmensmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC jedoch vorbehaltlich künftiger Anpassungen.

Frische Milliardenmittel am Rentenmarkt

Nur einen Tag vor Bekanntgabe der Plasmapartner-Vereinbarung sicherte sich der Konzern am Mittwoch erhebliche Mittel über den US-Anleihemarkt. CSL platzierte Unternehmensanleihen im Gesamtvolumen von US$1,5 Milliarden.

Die Emission gliedert sich in zwei Tranchen: US$500 Millionen mit einer Laufzeit von sieben Jahren und einem festen Kupon von 5,948 Prozent sowie US$1.000 Millionen mit einer zehnjährigen Laufzeit und einem festen Kupon von 6,201 Prozent.

Die Erlöse aus der Transaktion sollen vorrangig zur Refinanzierung bestehender Schulden und für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden. Die formelle Abwicklung der Transaktion ist unter den üblichen Abschlussbedingungen für den 14. Oktober vorgesehen. Durch die langfristige Zinsbindung verschafft sich CSL planbare Finanzierungsbedingungen für anstehende Entwicklungsprojekte.

Strategische Initiativen und Terminkalender

Die technischen und finanziellen Schritte folgen auf eine Serie unternehmerischer Vereinbarungen. Erst am 5. Oktober schloss CSL eine exklusive Kooperation mit Alentis Therapeutics zur gemeinsamen Entwicklung und Vermarktung des Wirkstoffkandidaten Lixudebart gegen seltene Nieren- und Lebererkrankungen.

Im Rahmen dieses Abkommens leistet CSL eine Vorabzahlung von US$355 Millionen, während Alentis bei Erreichen bestimmter Meilensteine bis zu US$1,2 Milliarden erhalten kann. Anfallende Gewinne sollen zu 55 Prozent an CSL und zu 45 Prozent an Alentis fließen.

Am Aktienmarkt reagierten die Anleger zuletzt positiv auf die operative Geschäftstätigkeit. Am Freitag schloss das Papier bei 113,42 Euro, womit die Aktie seit Jahresbeginn ein Plus von 14 Prozent aufweist.

Für Anteilseigner rückt als nächster wesentlicher Fixpunkt im Kalender die ordentliche Jahreshauptversammlung näher. Das Treffen der Aktionäre findet am 27. Oktober um 10:00 Uhr Ortszeit in Melbourne statt. Dort wird das Management Gelegenheit haben, die langfristigen Auswirkungen der Netzwerkumstellung sowie den weiteren strategischen Kurs zu erläutern.