CVR Energy verdoppelt seine Verarbeitungskapazitäten mit einem Schlag. Das Unternehmen übernimmt für rund 4,2 Milliarden Dollar zwei Raffinerien samt Vertriebsnetz von Marathon Petroleum und MPLX. Während die Verkäufer das freiwerdende Kapital in ihre Kernregionen an der Golfküste und in US-Schieferbecken lenken, stärkt CVR sein Geschäft im Mittleren Westen deutlich.
Der Kaufpreis teilt sich auf zwei Gesellschaften auf. Marathon Petroleum erhält 3,45 Milliarden Dollar für das Raffineriegeschäft. Auf die Midstream-Gesellschaft MPLX entfallen 750 Millionen Dollar für die Transport- und Logistikanlagen. Hinzu kommt der Wert der übernommenen Lagerbestände.
Die Vereinbarung betrifft zwei traditionsreiche Standorte im Norden der USA. Die Raffinerie im Bundesstaat Minnesota verarbeitet täglich bis zu 105.000 Barrel Rohöl. Die zweite Anlage in North Dakota steuert eine Kapazität von 72.000 Barrel pro Tag bei.
CVR übernimmt mit der Transaktion auch Speicher, Terminals, eine Pipeline-Beteiligung und rund 590 Markentankstellen. Die gesamte Rohöl-Verarbeitungskapazität des Unternehmens klettert damit von bisher rund 207.000 auf etwa 384.000 Barrel täglich.
Strategischer Rückzug in den Süden
Hinter dem Verkauf steht eine klare regionale Konzentration der bisherigen Eigentümer. Marathon Petroleum will die Erlöse nutzen, um vorrangig an der US-Golfküste zu investieren. MPLX plant derweil, die Mittel in den Ausbau der Infrastruktur im Permian- und im Marcellus-Becken zu lenken.
Für CVR Energy bringt die Akquisition einen deutlichen Zuwachs beim Ertrag. Der übernommene Unternehmensteil steuerte in den zwölf Monaten bis Ende September 2026 ein bereinigtes operatives Ergebnis (EBITDA) von 1,2 Milliarden Dollar bei. Aus der Zusammenlegung des Geschäfts erwartet das Unternehmen jährliche Synergien von rund 70 Millionen Dollar.
Solide Finanzierungsstruktur
Die Finanzierung des Milliardenkaufs steht auf mehreren Säulen. Neben 2,5 Milliarden Dollar an fest zugesagten besicherten Krediten steuert der Mehrheitsaktionär eine Eigenkapitalzusage über 500 Millionen Dollar bei. Weitere 800 Millionen Dollar an Eigenkapital kommen vom Rohstoffhändler Trafigura.
Am Markt fielen die Reaktionen verhalten aus. Die Aktie von Marathon Petroleum stieg vorbörslich um 0,24 Prozent auf 431,50 Dollar, während MPLX nachbörslich bei 59,31 Dollar notierte.
Der Abschluss des Verkaufs ist bis Ende 2026 vorgesehen. Wirksam wird die Vereinbarung erst, wenn die US-Kartellbehörden die Übernahme freigegeben haben und die gesetzlichen Wartefristen verstrichen sind.
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